Von den Hobbithöhlen bis zum Schicksalsberg: Neuseeland

Zerklüftete Vulkane, imposante Fjorde und Gletscher, end­lose Küsten und Hügelketten, die sich in saftigem grün am ­Horizont entlangziehen. Eine Natur, so malerisch, so wild und ungezähmt wie von einem anderen Planeten.

caroacker 1Kaum ein Land bietet solch eine landschaftliche Vielfalt wie Neuseeland – und das auf einer Fläche, die deutlich kleiner ist als Deutschland. Dieses Potenzial haben auch die Macher der preisgekrönten „Herr der Ringe“-Trilogie erkannt und das Land am anderen Ende der Welt als Vorlage für Mittelerde benutzt.

Meine Rundreise durch Neuseeland hat mich zu den Hobbithöhlen im grünen Auenland, vorbei am schneebedeckten Nebelgebirge, dem Fluss Anduin und durch das düstere Reich Mordor am Schicksalsberg geführt, einige der bekanntesten Schauplätze aus dem Meisterwerk von Peter Jackson, das zum großen Teil in Neuseeland gedreht wurde. 

Zwei der bekanntesten Drehorte, zu denen ich euch mitnehmen will, liegen auf der Nordinsel. Ein dramatischer und der wohl düsterste Ort der Saga liegt im Tongariro Nationalpark, im Zentrum der Insel. Dort, in einer Kulisse aus Asche und Stein, ist das Hoheitsgebiet Saurons entstanden. Bei einer Tageswanderung – dem sogenannten Tongariro Alpine Crossing – tauche ich in die beein­druckende Vulkanlandschaft ein. Auf knapp 20 Kilometern überwinde ich mehr als 1.000 Höhenmeter. Und dann steht er da – majestätisch, düster und karg wie im Film – der Schicksalsberg. Schwefeldämpfe steigen aus dem Boden, die Landschaft wirkt bedrohlich und beeindruckend zugleich.

Der Ngauruhoe – so wie der Berg ­eigentlich heißt – ist einer von drei zum Teil aktiven Vulkanen im Nationalpark. Das Wetter ändert sich ­ständig – ­
Sonne, Nebel, Regen – und das nächste Highlight lässt nicht lange auf sich warten. Nach der Überquerung des „Red Crater“ geht es auf einem Geröllfeld wieder abwärts und in fast leuchtendem Smaragdgrün liegen mir die „Emerald Lakes“ zu Füßen. 

caroacker 2caroacker 3Rund 200 Kilometer von Mordor entfernt wartet das Auenland auf mich. Nach der schroffen Vulkanlandschaft, liegt der nächste Drehort in friedlicher Natur und ist ein echter Touristen-Hotspot zugleich. „Hobbiton“, das Land in dem die kleinen Hobbits mit wuscheligem Haar und ­großen Füßen leben, befindet sich auf einem riesigen, immergrünen Farmgelände außerhalb der Stadt Matamata. In der sanften Hügellandschaft sind ­einige Höhlen, in denen die Hobbits leben, vom Dreh der „Herr der Ringe“-Trilogie erhalten geblieben und können bei einer Tour durch das ehemalige Filmset erkundet werden – ein Besuch im Pub „Green ­Dragon“ inklusive.

Mit fast einem Meter achtzig Körper­größe komme ich mir neben den ­kleinen Häusern mit den runden Holztüren in Gelb, Rot oder Blau ziemlich groß vor. So muss sich auch Gandalf, gespielt von Sir Ian Murray McKellen, beim ­Besuch im Auenland gefühlt haben. Da heißt es Kopf einziehen! Übrigens, „Herr der ­Ringe“-Kenner aufgepasst: So ist auch durch Zufall die Szene im Film entstanden, als sich Gandalf in Bilbos Hobbit-Haus den Kopf gestoßen hat. Ich fühle mit ihm, mich direkt in den Film hineinversetzt und warte darauf, dass jeden Moment Frodo und seine Gefährten an der nächsten Ecke auf mich warten. 

Von Carolin Acker
Fotos: Carolin Acker


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