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Hier findet Ihr regelmäßig aktuelle Buchtipps aus unserer Redaktion. Viel Spaß beim Stöbern.

Sara Weber: „Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?“, KiWi-Paperback, 240 Seiten, 18 Euro, ISBN: 978-3-462-00415-1

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Im März 2020 änderte sich alles. Homeoffice war plötzlich die neue Norm. Alle mussten sich digitalisieren und transformieren – ob sie wollten oder nicht. Die Arbeit drängte weiter ins restliche Leben, zur Erwerbsarbeit kam noch mehr Carearbeit. Die Schere zwischen systemrelevanten Berufen und Bürojobs ging weiter auf. Covid hat uns gezeigt, was in der Arbeitswelt nicht mehr funktioniert.

Und da ist nicht nur die Pandemie. Überschwemmungen, Waldbrände, Inflation, Krieg – unsere Welt steht in Flammen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und wir? Brennen aus, um bloß keine Deadline zu reißen. Was zur Hölle machen wir da eigentlich? Warum tun wir uns das an?

Immer mehr Menschen stellen sich diese Fragen, einige ziehen Konsequenzen. In den USA hat der Trend sogar schon einen Namen: „The Great Resignation“, das große Kündigen. Es bricht eine neue Ära an, aber weder durch agile Methoden noch durch Yoga im Alltag wird es gelingen, ein für uns alle und für den Planeten verträgliches Wirtschaften zu realisieren. Wir müssen uns überlegen, wie Arbeit heute und morgen wirklich funktionieren kann – mit einem Fokus auf Gerechtigkeit, Zukunftsfähigkeit und den Menschen.

Genau das tut Sarah Weber. Im Zuge der Pandemie wurde sie selbst Teil dieser  "Great Resignation" und nutzte die Zeit, ihr neues Buch zu schreiben. Sie geht den Fragen nach, die gerade eine ganze Generation umtreiben, und zeigt Lösungen auf, die Arbeit besser machen können.

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Über die Autorin

Sara Weber, geboren 1987, ist Deutsch-Amerikanerin und lebt in München. Sie studierte Publizistik und Buchwissenschaft in Mainz und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Nach ihrer Zeit als freie Autorin für u.a. Zeit, Süddeutsche Zeitung und Spiegel war sie fünf Jahre bei LinkedIn. Heute arbeitet sie als Medienberaterin, Digitalstrategin und freie Journalistin. Über Digitalisierung, Diversität und die neue Arbeitswelt spricht Sara Weber regelmäßig in Interviews sowie als Moderatorin und Speakerin.

Shelby Van Pelt: „Das Glück hat acht Arme“, Hardcover, FISCHER Krüger, 464 Seiten, 22 Euro, ISBN: 978-3-8105-3082-0

DasGlueckHatAchtArme
Eine im im Wortsinn wunderbare Geschichte: Seit Tova Sullivan Witwe ist, putzt sie im Sowell Bay Aquarium. Ihr fällt auf, wie Marcellus, ein neugieriger, frecher Riesenoktopus, sie aus seinem Aquarium anschaut. Marcellus ist enorm klug, aber für Menschen würde er keinen Tentakel rühren – bis er sich mit Tova anfreundet. Ihm erzählt sie von ihrem Sohn, der vor Jahrzehnten verschwand. Schlau, wie er ist, erkennt Marcellus ein Geheimnis, von dem Tova nichts ahnt. Jetzt hat er alle acht Arme voll zu tun, um die Wahrheit für Tova ans Licht zu bringen – bevor es zu spät ist.
Der große New York Times-Bestseller ist ein heiterer Roman über die unwahrscheinliche Freundschaft zu einem Oktopus, der Fremde zu einer Familie zusammenführt.

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Lauren Groff: „Matrix“, Hardcover, 320 Seiten, Claassen-Verlag, 24 Euro, ISBN 978-3-5461-0037-3

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Matrix erzählt die Geschichte einer fehlbaren Heldin: einer Frau – kriegerisch, machtbewusst, hingebungsvoll –, deren Visionen verlorengehen, wie so viele Stimmen starker Frauen im Lauf der Geschichte. Der Roman von Lauren Groff erweckt sie zum Leben und beschwört die utopische Kraft weiblicher Kreativität in einer korrumpierten Welt.

Marie ist siebzehn Jahre alt, groß und ungelenk und nach allgemeiner Ansicht ungeeignet für die Ehe und das höfische Leben. Sie verehrt ihre Königin, Eleonore von Aquitanien, doch die verstößt sie mit einem Lächeln: Marie soll Priorin eines abgelegenen Klosters werden, irgendwo im Schlamme Englands, fern von den zärtlichen Zuwendungen ihrer Dienerin. Lebendig begraben in der Gemeinschaft verarmter, frierender, hungernder Nonnen – ausgerechnet sie, die aus einer Familie von Kriegerinnen stammt und alles andere als fromm ist. Doch in der Abgeschlossenheit des Klosters findet Marie für sich und ihre Schwestern ungeahnte Möglichkeiten von weltlichem Einfluss, Wohlstand und neuer Gemeinschaft.

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Über die Autorin

Lauren Groff, 1978 geboren, lebt in Gainesville, Florida. Ihr Roman Licht und Zorn ist einer der größten Erfolge der amerikanischen Literatur der vergangenen Jahre. Er stand ebenso wie Matrix und ihre Erzählungen auf der Shortlist des National Book Award.

Meik Wiking: „Mein HYGGE HOME - Ein Wohnbuch mit Herz und Seele“, Harddcover, Lübbe Life, 272 Seiten, 22 Euro, ISBN: 978-3-431-07044-6

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Meik Wiking, der Glücksexperte aus Dänemark, weiß, wie sehr unser Zuhause das Wohlbefinden beeinflusst und wie wir es am besten gestalten, damit wir darin nicht nur leben, sondern es uns auch möglichst guttut. In „HYGGE HOME“ zeigt er, wie wir mit elementaren Designregeln die einzelnen Innenräume so einrichten, dass wir gern darin zusammenkommen, uns kreativ entfalten und unsere Lebensqualität verbessern. Denn eines ist klar: Hygge ist hausgemacht.

Meik Wiking leitet das Kopenhagener Institut für Glücksforschung und ist ein kompetenter Absender zum Thema „Glücklich Leben“.

Jamie Oliver: „ONE – Geniale One Pot Gerichte“, Hardcover, 312 Seiten, Dorling Kindersley, 29,95 Euro, ISBN 978-3-8310-4579-2

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In „ONE“ präsentiert Jamie Oliver mehr als 120 Rezepte für leckere, unkomplizierte One-Pot-Gerichte, die garantiert satt und glücklich machen. Das Beste: Jedes Rezept besteht aus nur acht oder weniger Zutaten - das heißt minimaler Vorbereitungsaufwand, kaum Abwasch und maximale Entspannung. Vom köstlichen Homeoffice-Mittagessen bis zum schnellen Abendessen für die ganze Familie; von fleischfreien Alternativen bis hin zu Rezepten, die Kochanfängerinnen und -anfängern den Einstieg erleichtern, ist alles dabei.

Über den Autor

Jamie Oliver ist ein weltweit einzigartiges Food-Phänomen. Während seiner 20-jährigen TV- und Autorenkarriere hat er Millionen von Menschen dazu inspiriert, selbst zu kochen und dabei frische Lebensmittel zu verwenden. Mit seiner Organisation möchte Jamie Oliver eine globale Ernährungsrevolution unterstützen, die Fettleibigkeit bei Kindern bekämpft sowie Gesundheit und Wohlbefinden aller Menschen durch gutes Essen verbessern will. Jamie lebt mit seiner Frau Jools und den gemeinsamen Kindern in Essex.

Unser Fazit

Dieses Kochbuch ist unser ABSOLUTER Tipp, vor allem für diejenigen, die vor zu viel Arbeit oder Zeitaufwand beim Kochen zurückschrecken. Denn das Schöne an den One-Pot-Rezepten ist, dass die Zubereitung ganz unkompliziert ist UND der Abwasch im Anschluss natürlich viel schneller von der Hand geht. Und das Ergebnis ist einfach lecker.

Marianne Cronin: „Die hundert Jahre von Lenni und Margot“, C. Bertelsmann, 400 Seiten, Hardcover, 20 Euro, ISBN 978-3-570-10462-0

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Lenni ist 17 Jahre alt und leidet an einer unheilbaren Krankheit. Ihre Tage sind gezählt. Mit gleichaltrigen Freunden hat sie dementsprechend wenig gemein, die haben ja schließlich ihr ganzes Leben noch vor sich. Aber was soll sie anfangen mit der verbleibenden Zeit?

Dann trifft sie in einem Malkurs im Krankenhaus auf Margot: 83, voller Lebenserfahrung, Witz und Widerspenstigkeit. Sie weiß, wie es ist, im letzten Kapitel des Lebens angekommen zu sein. Die beiden entdecken, dass sie zusammen genau einhundert Jahre gelebt haben und fassen einen Plan: Sie wollen gemeinsam Bilder malen – für jedes ihrer hundert Jahre eins. Für all die kostbaren Momente, voller Liebe, Lachen und Weinen, voller Erinnerungen, von denen sie sich gegenseitig erzählen.

Kurzweilig, rührend und eindringlich: Es braucht nicht viel Zeit, Marianne Cronins Roman zu lesen, der wechselnd Lennis und Margots Perspektive einnimmt. Dafür wird er bei vielen umso länger im Gedächtnis bleiben. Denn während man die Protagonistinnen auf ihrem Weg – an ihr Lebensende – begleitet, wird man immer wieder auch mit den eigenen Fragen konfrontiert. Den großen Fragen, oder besser – den wichtigen Einsichten. Es sind die Menschen, die zählen. Die Momente. Das Herz.

 

Michael Kumpfmüller: „Mischa und der Meister“, Kiepenheuer&Witsch, 368 Seiten, Hardcover, 24 Euro, ISBN: 978-3-462-05444-6

In seinem neuen Roman stellt sich Michael Kumpfmüller eine ganz und gar unmögliche Frage: Was würde geschehen, wenn Jesus für ein paar Tage zurück auf die Erde käme, ins Hier und Jetzt der Stadt Berlin? Die Antwort: Es würde alles ganz anders, schön und erfreulich, wie es in Wirklichkeit kaum ist – und auch im Roman nicht von Dauer.

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Wenn man göttlichen Beistand anruft, hat das normalerweise keine Folgen. Nicht so bei Mischa und Anastasia, Studenten der Slawistik, vernarrt in die russische Literatur und – wie sie feststellen werden – ineinander. Sie laden Jeschua ein, und Jeschua nimmt die Einladung an. Aber das ist nicht die einzige Überraschung: Jeschua zeigt sich irdischer als gedacht, vollbringt kein einziges Wunder und steckt doch alle Menschen, denen er begegnet, mit Liebe an. Und die grassiert bald in der ganzen Stadt, was in Kürze eine Bande von Teufeln auf den Plan ruft. Denn für sie sind Freundlich- und Glückseligkeit ein Alptraum.

„Mischa und der Meister“ ist ein wunderbar leichtfüßiger, herrlich grotesker und komischer Roman über das Heilige und das Teuflische und die unstillbaren Sehnsüchte und Begierden der Menschen, die zu allen Zeiten dieselben sind.

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Über den Autor

Michael Kumpfmüller, geboren 1961 in München, lebt als freier Autor in Berlin. Im Jahr 2000 erschien mit dem gefeierten Roman »Hampels Fluchten« seine erste literarische Veröffentlichung, 2003 sein zweiter Roman »Durst« und 2008 »Nachricht an alle«, für den er vor dem Erscheinen mit dem Döblin-Preis ausgezeichnet wurde. Bei seiner Veröffentlichung im Jahr 2011 wurde der Roman »Die Herrlichkeit des Lebens« zum Bestseller und von der literarischen Kritik hochgelobt. Mittlerweile ist er in 24 Sprachen übersetzt worden. Zuletzt erschienen seine Romane »Die Erziehung des Mannes« (2016), »Tage mit Ora« (2018) und »Ach, Virginia« (2020).

 

Letitia Clark: „La Vita è Dolce - Cantuccini, Cannoli & Cassata – die Welt der italienischen Süßspeisen“, DK-Verlag, 272 Seiten, Hardcover, 29,95 €, ISBN 978-3-8310-4341-5LaVitaEDolce

Inhaltsverzeichnis LaVita 
 
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Ein wahrer Genuss: Dieses Kochbuch ist uns durch seine wunderschöne Aufmachung sofort ins Auge gestochen – das sinnliche Erlebnis beginnt also schon beim Blättern – nicht erst am Herd. Die Autorin Letitia Clark hat darin ihre Liebe für italienische Süßspeisen verewigt und mehr als 80 Rezeptegesammelt - von köstlichen Mandel-Pfirsich-Keksen über Bomboloni in Zuckerkruste bis hin zu fantastischen Gelati-Kreationen. Viele Fotos und Illustrationen machen Lust aufs Nachkochen und -backen. Außerdem liefert Clark, die selbst auf Sardinien lebt, in persönlichen Geschichten und Anekdoten zusätzlich Wissenswertes zu den Zutaten und Ursprüngen der bekannten klassischen Süßspeisen.

Lily King: „Hotel Seattle. Erzählungen“, C.H. Beck, 252 Seiten, Hardcover, 24 Euro, ISBN 978-3-406-79101-7

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Sie ist die große Chronistin emotionaler Extremzustände - Lily King beherrscht den ungeschönten Blick auf harte Schicksale und zwischenmenschliche Krisensituationen meisterhaft. Gleichzeitig hilft sie ihren Figuren immer wieder zurück auf Pfade der Euphorie und Zuversicht, lässt sie Neuanfänge wagen, sich doch noch einmal Hals über Kopf verlieben, zweite Chancen geben oder unmoralische Abenteuer eingehen. Auch in ihrem aktuellen Erzählband (erschienen am 14. Juli 2022)  geht es um große Gefühle, allen voran um die Liebe in all ihren schönen und schrecklichen Facetten: Eine Jugendliche schwärmt für einen verheirateten Mann und träumt von der großen Romantik, bis sie erfahren muss, dass Liebe und Lust zwei einander entgegengesetzte Dinge sein können. Ein junger Mann outet sich und verliert daraufhin seinen besten Freund, dessen Unsicherheit in Aggression umschlägt. Eine Frau kämpft damit, die Abweisung ihrer Teenager-Tochter zu ertragen und fühlt sich dabei so einsam wie nie, doch die Verbindung einer Mutter zu ihrem Kind kann so leicht nicht erschüttert werden.

Unser Fazit

Wenn wir am Ende einer Kurzgeschichte gerne mehr erfahren würden, gerne wissen würden, was die Protagonisten jetzt machen, dann war sie gut. Und so ging es uns auch bei Lily Kings jüngstem Erzählband. "Hotel Seattle" eignet sich hervorragend für kleine Leseinseln im Alltag, eine kurze Flucht in die Gefühlswelt der ganz unterschiedlichen Figuren. King schafft Charaktere, die wir bereits nach wenigen Seiten in ihrer Eigenheit liebgewinnen. Verzeiht den Ausdruck - aber genauso ist es. Deswegen haben wir nach jeder der zehn Erzählungen eine Pause eingelegt - damit sie noch ein wenig ihres verdienten Nachhalls bekommen können.

Wer Lily King noch nicht kennt und sich ein Bid von ihrem Stil machen möchte, findet hier eine Leseprobe aus "Hotel Seattle".

Über die Autorin

Lily King, geboren 1963, wuchs in Massachusetts auf und lebt heute mit ihrer Familie in Maine. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Preise. Ihr Bestseller „Euphoria“ (C.H.Beck 2015) wurde mit dem Kirkus Prize ausgezeichnet und von „The New York Times“ unter die fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt.

 

 

Rukmini Iyer: „Green BBQ – vegan & vegetarisch: 75 Grill-Rezepte für drinnen und draußen“, 240 Seiten, DK Verlag, Hardcover, ISBN 978-3-8310-4338-5

GreenBBQ

Woran denkt Ihr beim Stichwort Grillen? Wer jetzt nur Steaks und Würstchen sieht, der sollte unbedingt einen Blick in Rukmini Iyers Kochbuch werfen: Mit 75 Rezepten zeigt sie, wie vielfältig und abwechslungsreich die vegetarische und vegane Küche für den Rost sein kann. Viele Tipps und Fotografien machen das Buch zu einer lohnenswerten Investition für alle, die etwas mehr Anspruch an ihr BBQ haben. Besonders sympathisch finden wir die abschließenden Hinweise der Autorin, wie man die Reste noch super verwerten kann. Und der Salat-Baukasten liefert richtig viele Anregungen für tolle Kombinationen. Wir werden die Grillsaison in diesem Jahr auf jeden Fall auskosten...

Über die Autorin

Rukmini Iyer ist britische Food-Stylistin und Autorin der Bestseller-Kochbuchreihe „Roasting Tin“. Sie hat eine große Fangemeinde – auch auf instagram.

Miranda Cowley Heller: „Der Papierpalast“, 448 Seiten, Ullstein Hardcover, 23,99 Euro, ISBN: 9783550201370

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Elle Bishop ist 50 Jahre alt und glücklich verheiratet – eigentlich. Doch jetzt steht sie vor einer großen Entscheidung: Bleibt sie bei ihrem Ehemann oder verlässt sie ihn und ihre Familie für ihren Jugendfreund, mit dem sie eine unvergessliche Nacht verbracht hat? Im Papierpalast, dem Sommerhaus der Familie, stellt sie sich diese Frage. Es ist der Ort ihrer Kindheit, ein Ort, der  Erinnerungen heraufbeschwört.

Über die Autorin

Miranda Cowley Heller war Senior Vice President und Head of Drama Series bei HBO. Sie hat Serien entwickelt und verantwortet, unter anderem Die Sopranos, Six Feet Under, The Wire, Deadwood, Big Love. Als Heranwachsende hat sie jeden Sommer auf Cape Cod verbracht, inzwischen lebt sie in Kalifornien.

Unser Fazit

„Der Papierpalast“ ist der erste Roman der Autorin, die selbst Mitte 50 ist. Sie sagt, sie habe erst diese Lebenserfahrung gebraucht, um ein Buch schreiben zu können. Und daraus schöpft sie für ihren starken Erstling, der die Leserinnen und Leser durch einen beschreibend-bildhaften Stil in die vielen Szenen eintauchen lässt. Beim Lesen verfliegt die Zeit – es braucht keinen ganzen Sommer, höchstens ein paar ruhige Ferientage.

Inge Schöps: „Immunbooster Yoga. Mit Yoga Stress abbauen und die Gesundheit stärken, 64 Seiten, Knaur Leben, 8 Euro, ISBN: 978-3-426-87911-5.

Yoga wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus: Wer regelmäßig Yoga macht, ist zum Beispiel nachweislich seltener erkältet. Und wenn es sie doch mal erwischt, leiden sie weniger und sind schneller wieder fit. Warum ist das so?

ImmunboosterYogaCoverDie Yoga-Lehrerin und Bestsellerautorin Inge Schöps behandelt in dem kompakten Büchlein die Wirkung von Yoga auf unsere Abwehrkräfte. Die Basis dafür liegt im Stressabbau. Unser Körper aktiviert unter Stress alle Systeme, die für den „Fight-or-Flight“-Mechanismus zuständig sind. Um dafür die notwendigen Kräfte zu bündeln, fährt der Körper unter Stress das Verdauungssystem und das Immunsystem runter, da diese Systeme nicht vorrangig für den Kampf oder das schnelle Weglaufen gebraucht werden. Dauerstress schädigt daher das Immunsystem immens.

Und hier kommt Yoga ins Spiel. Es verschafft unserem Immunsystem Ruhe. Und genau die brauchen sowohl das Immunsystem als auch das Verdauungssystem (Sitz der meisten Immunzellen), um optimal zu funktionieren und leistungsstark zu sein.

Die Yoga-Praxis hilft dabei nachweislich, zu entspannen und schafft damit optimale Voraussetzungen, das Immunsystem, das Lymphsystem, die immunstärkenden Drüsen und das Verdauungssystem zu stärken.

Die Autorin und erfahrene Yoga-Lehrerin zeigt ausgewählte Asanas und Pranayamas zur Stärkung der inneren Abwehrkräfte. Anhand eines praktischen Immun-Yoga-Programms zeigt sie, wie wir unser Wohlbefinden gegen äußere Einflüsse schützen können.

Über die Autorin

Inge Schöps ist zertifizierte Yoga-Lehrerin, Buchautorin und Mental Coach aus Köln. Sie gründete die Yoga-Community „Yoga-On“ und bietet heute Yoga in Verbindung mit Coachings, Workshops und Retreats an. Ihr „Yoga: Das große Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene“ wurde zum Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt. http://www.yoga-on.com

Unser Fazit

Das Handbuch ist kurz und bündig – mit einem ersten theoretischen Teil zur Erläuterung des Zusammenhangs von Immunsystem, Stress und Yoga. Im zweiten Teil werden anfängertaugliche Übungen illustriert und beschrieben. Zur Ergänzung gibt es noch ein paar Anregung für Meditation und einen Plan mit Tipps für eine gesunde Tagesgestaltung, orientiert an der ayurvedischen Lehre. Es ist ein guter Einstieg ins Thema und liefert alltagstaugliche Tipps.

Christian Hümbs: „Back dich um die Welt. 90 süße Rezepte gegen Fernweh“, 224 Seiten, DK Verlag, 24,95 Euro, ISBN 978-3-8310-4348-4

Backen 2Der bekannte und ausgezeichnete Patissier Christian Hümbs hat in seinem neuen Buch nationale Back-Klassiker und süße Trends aus aller Welt gesammelt. Die Kapitel widmen sich immer der jeweilige Nation und führen auf fünf Routen in 18 verschiedene Länder. Manche Rezepte lassen sich schnell und einfach backen, andere sind außergewöhnlich raffiniert und etwas anspruchsvoller. Dazu gehören nicht nur österreichische Mohnstriezel oder saftige Brownies, sondern auch niederländische Oliebollen oder japanische Mochis. Die Tipps und Kniffe von Christian Hümbs sorgen für gelungene Ergebnisse. Hintergrundwissen zu den Rezepten und zu den Kombinationsmöglichkeiten unterschiedlicher Zutaten steigern das kreative Vergnügen. Notizseiten am Ende des Buches bieten Platz für Gedanken und Anmerkungen.

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Über den Autor

Christian Hümbs gilt als einer der besten Patissiers Deutschlands und wurde mehrfach zum Patissier des Jahres ausgezeichnet . Er ist bekannt für seine Desserts, in die er Gemüse und Kräuter integriert und damit neue Geschmackserlebnisse kreiert. Er arbeitete auf der „Stromburg“ bei Johann Lafer und im Zwei-Sternerestaurant „La Mer“ sowie im Münchner Atelier im „Hotel Bayerischer Hof“ und in einem der ersten Häuser Zürichs – im „The Dolder Grand". Dem breiten Publikum ist Christian Hümbs vor allem als Juror der Sat1-Sendung „Das große Backen“ bekannt, wo er die Kreationen der Hobbybäcker, Promis und Profis genauestens unter die Lupe nimmt.

Unser Fazit

In Zeiten der schnellen Internet-Rezeptsuche legen wir bei Koch- und Backbüchern immer mehr Wert auf die Gestaltung und das Erlebnis, das sie bieten. Hümbs’ Buch hat da die Nase ganz vorn, weil es einfach Spaß macht, darin zu lesen, die wirklich schönen Fotografien zu den Rezepten anzuschauen und sich Inspirationen fürs nächste Backwerk zu holen. Der Aufbau ist gelungen, das Thema der nationalen Spezialitäten ist interessant und lässt uns passenderweise über den Tellerrand schauen.

John Strelecky: „Wenn du Orangen willst, such nicht im Blaubeerfeld“, dtv-Verlag, 144 Seiten, 9,95 Euro, ISBN: 978-3-423-35046-4

„Ich habe beschlossen, heute glücklich zu sein“: In Streleckys handlichem Neuling sind Einfälle, Erkenntnisse und Geschichten aus dem Notizbuch des Autors versammelt. Die Bemerkungen über nur scheinbar kleine, alltägliche Begebenheiten sollen helfen, Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu finden. Sie sollen inspirieren und zum Nachdenken über unser Leben anregen – und die bringen Licht in trostlose Stunden. Kostprobe gefällig?

Wenn du Orangen willst such nicht im Blaubeerfeld„Je mehr ich mich selbst verurteile, desto kritischer sehe ich auch andere Menschen. Erlaube ich mir dagegen, ich selbst zu sein, kann ich auch andere mühelos sie selbst sein lassen.“

„Das Leben geschieht nicht zufällig. Es geschieht aufgrund von Entscheidungen. Ich bin der Entscheider.“

„Je mehr Zeit ich mit Dingen verbringe, die mir gefallen, desto weniger sinnlos erscheint mir das Leben. Umgekehrt trifft diese Aussage genauso zu.“

Über den Autor

John Strelecky wurde 1969 in Chicago, Illinois geboren und lebt heute in Florida. Er war lange Jahre in der Wirtschaft tätig, bis ein lebensveränderndes Ereignis ihn im Alter von 33 Jahren dazu veranlasste, die berühmte Geschichte vom „Café am Rande der Welt“ zu erzählen. Das Buch begeisterte Menschen auf der ganzen Welt, stürmte die Bestsellerlisten und wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Mittlerweile hat Strelecky weitere Bücher geschrieben, deren Botschaften dazu ermuntern sollen, das Leben nach eigener Fasson zu gestalten. Wenn er nicht gerade schreibt, ist er häufig mit seiner Familie auf Reisen in der Welt unterwegs.

Unser Fazit

Es macht Spaß, Streleckys Denkanstöße zu verfolgen. Vor allem in Zeiten, in denen wir uns schlecht fühlen, können die kleinen Mutmacher helfen. Die Erkenntnisse dabei sind nicht immer neu - aber es gibt eben Dinge, die man immer wieder vor Augen geführt bekommen muss. Das Büchlein eignet sich daher auch wunderbar als Geschenk oder Nachschlagewerk für die Suche nach Zitaten für Glückwunschkarten.

Sebastian Fitzek: „Der erste letze Tag“, Droemer HC, 272 Seiten, 16 Euro, ISBN: 978-3-426-28386-8

Der erste letzte TagNormalerweise führt Fitzek seine Fans an dunkle Orte, seine Pageturner treiben die Spannung auf die Spitze, nicht immer ist die Handlung für schwache Nerven geeignet. Aber was ist bei Fitzek schon normal? Und so hat sich der deutsche Schocker-König im vergangenen Jahr an ein neues Genre gewagt: „Der erste letzte Tag. Kein Thriller“ vermerkt dieses Novum sicherheitshalber schon im Titel. Kein Thriller, nein, eine komisch-dramatische Erzählung von einem Roadtrip, bei dem die Hauptfiguren Livius Reimer und Lea von Arnim, zwei – natürlich – ganz unterschiedliche Charaktere, ein Gedankenexperiment wagen: Was geschieht, wenn zwei Menschen einen Tag verbringen, als wäre es ihr letzter? Sollte es noch Fitzek-Fans geben, die sich bislang noch nicht auf diesen Versuch eingelassen haben, können sie einen Blick auf die Leseprobe werfen.

Über den Autor

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor. Seit seinem Debüt „Die Therapie" (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile erscheinen seine Bücher in sechsunddreißig Ländern und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde er mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet und 2018 mit der 11. Poetik-Dozentur der Universität Koblenz-Landau geehrt. Er lebt in Berlin.

Unser Fazit

Fitzek bleibt seinem Stil treu – es gibt viel Komik und skurrile Begebenheiten, diesmal eben ohne Schreckensszenario, sondern mit einer Prise Nachdenklichkeit.

Ronja von Rönne: „Ende in Sicht“, dtv-Verlag, 256 Seiten, 22 Euro, ISBN 978-3-42328-291-8

Bittersüße Erzählung mit Sogwirkung

Tieftraurig, elegant und lakonisch erzählt Ronja von Rönne von zwei Frauen, denen der Tod als letzter Ausweg erscheint: ein unvorhersehbares, dramatisches, unangemessen komisches Lesevergnügen.

9783423282918 neuHella, 69, abgehalfterte Schlagersängerin, macht sich auf den Weg in die Schweiz, um dort zu sterben. Diese letzte Fahrt wird ihr alter Passat schon noch schaffen. Doch kaum auf der Autobahn, fällt etwas Schweres auf die Motorhaube ihres Wagens. Juli, 15, wollte sich in den Tod stürzen. Jetzt ist sie nur leicht verletzt – und steigt zu Hella ins Auto. Zwei Frauen mit der Sehnsucht nach dem Tod – doch wollen sie zusammen noch, was ihnen einzeln als letzte Möglichkeit erschien?

Über die Autorin

Ronja von Rönne, geboren 1992, ist Schriftstellerin, Journalistin und Moderatorin. 2015 las sie beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Seit 2017 moderiert sie auf Arte die Sendung „Streetphilosophy“ und schreibt für die DIE ZEIT und ZEIT ONLINE.

Leseprobe

Juli war nicht tot. Zumindest noch nicht. Es regnete, und sie ärgerte sich. Regen war das Einzige, was sie nicht eingeplant hatte. Ihre Softshelljacke hielt, entgegen wilden Versprechungen des Herstellers, dem Wetter nicht stand. Sie zitterte vor Kälte. Wenn es wenigstens ein peitschender Regen wäre, einer, der jene große Entscheidung, die sie für den  heutigen Tag getroffen hatte, durch seine Unbarmherzigkeit und Wildheit nur unterstrich. Aber statt Pathos: Nieselregen. Kein undurchdringbarer, wütender Sturm, stattdessen: ein Sprühregen wie der, der im Lebensmittelladen Zucchini und Paprika frisch hielt. Eine Wetterlage, bei der sich ihr Vorhaben seltsam lächerlich anfühlte. Sie wischte sich mit dem Ärmel über die Augen und ließ das kleine, gestreifte Schneckenhaus zwischen Daumen und Zeigefinger kreisen. Unter ihr spiegelten sich die Scheinwerferlichter der Autos auf der nassen Fahrbahn. Keiner schaute hoch zu ihr.

Hier findet Ihr eine ausführliche Leseprobe

Unser Fazit

Wenn Benjamin von Stuckrad-Barre und Martin Suter ihren - positiven - Kommentar zu einem Buch abgeben, dann lohnt es sich, den Titel anzulesen. Im Fall von „Ende in Sicht“ bleibt es nicht dabei. Aus dem Anlesen wird ein Weiterlesen und schnell ein Fertiglesen. Eine große Stärke Ronja von Rönnes sind Szenen und Bilder, die - nicht immer ohne Pathos - bedeutungsschwanger sind. Dabei zeigt sich ein tragikomischer Blick aufs Leben, es geht um große und kleine Lügen und die Beziehung der beiden ungleichen, und doch ähnlich trostlosen, Frauen. Von Rönnes Ton gefällt wahrscheinlich auch einer etwas jüngeren Zielgruppe. Sie selbst ist 29 Jahre alt und geht mit ihrer eigenen Depression offen um.

Anna Maas: „Die Happiness-Lüge“, Eden Books, 240 Seiten, 16,95 Euro, ISBN 978-3-95910-314-5

Wenn positives Denken toxisch wird

„Positiv denken“: Ein Credo, das zunächst einmal gar nicht so schlecht klingt. Aber sobald daraus ein „Immer positiv denken“ wird, das Optimismus bis zum Umfallen fordert, baut es einen großen Druck auf: Für negative Emotionen ist kein Platz.

Vorderseite Buch Hapiness Luege

Wer es nicht „schafft“, optimistisch zu bleiben, hat somit versagt. Das ist das Prinzip der „Toxic Positivity“, dem sich Anna Maas in ihrem ersten Buch „Die Happiness-Lüge“ widmet. Die Journalistin untersucht, was wirklich dran ist an dem Zwang zum Glücklichsein. Anhand ihrer eigenen Erfahrungen und der Meinungen zahlreicher Expertinnen und Experten erklärt sie, warum eine positive Lebenseinstellung um jeden Preis oft nicht nur wenig hilfreich ist – sondern uns sogar schaden kann.

Über die Autorin

Anna Maas wurde 1988 in Remscheid geboren und wuchs in Oldenburg auf. Nach dem Abi studierte sie Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie TV-Journalismus in Hamburg und München. 2018 startete sie ihren Blog THINK FEM, auf dem sie über Gleichberechtigung, Mutterschaft und beeindruckende Frauen schreibt. Heute arbeitet sie freiberuflich für verschiedene Medien und lebt gemeinsam mit ihrer Familie in der Nähe von Hamburg.

Unser Fazit

Das Buch ist keine wissenschaftliche Abhandlung zum Thema – das ist für uns in diesem Fall ein Vorteil, denn die Mischung aus Sachbuch mit interessanten Experten-Interviews und vielen persönlichen Erzählungen der Autorin machen „Die Happiness-Lüge“ besonders lesenswert. Anna Maas’ Stil ist angenehm – genau richtig zum entspannten Eintauchen ins Thema. So erfahren wir vieles zur „Toxic Positivity“ und werden gleichzeitig unterhalten. Daumen hoch.

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