Spieglein, Spieglein …

Pia betrachtet das Gesicht, nicht kritisch, aber doch sehr genau, fährt mit ihren Händen entlang der Konturen, lächelt: „Ja, jetzt hab‘ ich‘s“. Sie ist Naturkosmetikerin und die Beauty-Expertin im Rosenpark Spa. „Bevor ich beginne, schaue ich mir ein Gesicht immer ganz genau an, bis ich das Endergebnis sehe. Erst mit dem fertigen Bild vor Augen fange ich an zu schminken.“ Eine Künstlerin. Sie kennt die Make-up-Trends 2019 und verrät uns ein paar Tricks und Kniffe am Schminkspiegel.

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Vom dezenten Tages-Make-up bis zum dramatischen Look am Abend ist ihre Palette breit, die Wahl des Mittels allerdings eindeutig: „Ich verwende nur noch die Produkte von ,Und Gretel´ aus Berlin“. Die Marke existiert seit 2015 und kommt ganz ohne künstliche – und für die Haut schädliche – Inhaltsstoffe aus, liefert dabei aber trotzdem lang anhaltende und farb brillante Produkte. „Es macht einfach Spaß, damit zu arbeiten, man kann alles auch untereinander mischen, der Lippenstift wird zum Rouge, die Farbvielfalt wächst so enorm“, verrät  Pia, die bereits zwei Töne auf ihrem Handrücken verreibt: „Das Wichtigste bei einem Make-up ist die perfekte Grundierung, die Haut muss ebenmäßig aber trotzdem natürlich aussehen.“

Aufgetragen wird alles mit den Fingern, unter Kinn und Kieferknochen läuft die Grundierung sanft zum Hals hin aus. Danach ist der Concealer an der Reihe – er lässt kleine Unreinheiten oder Augenringe verschwinden und bildet eine gute Basis für den Lidschatten. Schritt drei schafft Kontur: „Ziel ist immer, eine möglichst ovale Gesichtsform zu erreichen. Das erreiche ich mit dem Contouring-Powder – was zurücktreten soll, wird dunkler geschminkt, was ich hervortreten lassen möchte, bekommt den hellen Farbton.“ Eine breite Nase wird also an den Seiten dunkler abgetönt und auf dem Nasenrücken heller gepudert – so wirkt sie etwas schmaler.

Nach der Basis kommt dann die Farbe ins Spiel. „Absolut im Kommen sind in diesem Jahr Korall- und Rottöne, diesmal auch und vor allem als Lidschatten“, weiß die Expertin. Für Hingucker sorgen metallische Highlights, also glänzende Gold und Silbertöne, die Auge, Wange und Lippen akzentuieren. „Aber auch der Nude-Look bleibt weiterhin Thema.“ Die gepflegt-natürliche Optik passt perfekt ins Büro und den Alltag. „Wenn es dann am Abend ein wenig dramatischer sein darf, reicht ein Upgrade mit dunkleren Tönen für Lippen und Augen.“ Für alle, die sich über flüchtigen Lippenstift ärgern, hat Pia einen Tipp: „Für guten Halt der Farbe werden die Lippen erst mit der Grundierung vorbereitet, dann kommt eine Schicht Lippenstift darauf. Nach dem frauenbekannten ,Biss ins Kleenex‘ folgt die zweite Schicht.“ Aufgetragen wird vom Mundwinkel nach innen. „Zum Schluss kommt das Herz, so verläuft die Kontur einfach schöner. Und wer von Natur aus eher schmale Lippen hat, der darf die Linie ruhig ein wenig nach außen versetzen. Der abschließende Glanz vom Lip Gloss lässt die Lippen auch noch etwas voller wirken.“ Geht mal ein Strich daneben, hilft sich die Naturkosmetikerin mit einem in Grundierung getauchten Q-Tipp zum Korrigieren.

Beim Augen-Make-up rät sie Damen mit blauen oder grünen Augen zu den angesagten Rottönen. „Die lassen die Augenfarbe noch mehr strahlen.“ Dunkeläugige liegen mit warmen Goldtönen immer richtig. „Allgemein ist es wichtig, dass man innerhalb eines Make-ups immer in der gleichen Farbfamilie bleibt, also zum Beispiel kein kühles Pink auf den Lippen zu Rouge in einem warmen Apricot-Ton kombiniert.“ Apropos Rouge:
Wo genau nochmal? „Es verläuft auf dem Jochbein, beginnt an dem Punkt, der etwa zwei Zentimeter von Nase und Auge entfernt liegt und läuft bis zur Schläfe aus.“

Und zum Abschluss ist er wieder dran: Der prüfende Blick. Dann das Lächeln. Nicht nur bei Pia. Auch bei den Models.

 

Text: Katharina Stenner, Fotos: Thomas Breme/mrmedia


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