Süßes ohne Sünde

Super cremig, super lecker und zuckerfrei – das passt nicht zusammen? Und ob: In der Aroma Eisbar Marburg wartet ab dieser Saison Eis ohne den ungesunden Süßmacher auf alle Schleckermäuler.

Das Geheimnis dahinter: Ein Gemisch aus 99 Prozent Erythrit und 1 Prozent Stevia – beides natürliche Süßstoffe – ersetzt den herkömmlichen Zucker. Und wer doch nicht ganz verzichten mag, auf den warten Sorten mit 25-prozentiger Zuckerreduktion.

eis3Michael Hamann, Geschäftsführer der Vila Vita Marburg, steht im Eislabor, um ihn herum türmen sich mehrere 25-Kilo-Säcke mit der Aufschrift „Erythrit“. Der Stoff gehört zu den „Zuckeralkoholen“, sieht aus wie Haushaltszucker und
schmeckt auch so – enthält jedoch keine Kalorien, hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und ist nicht kariesfördernd. „Erythrit wird zu 90 Prozent über den Dünndarm aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden. Nur zehn Prozent bleiben im Körper“, weiß Hamann. Anders als andere Zuckeralkohole – beispielsweise Xylit – wirkt Erythrit daher nicht abführend. Der Experte fügt hinzu: „Für die Eisproduktion ist es besonders gut geeignet, weil es das Eis  besonders cremig macht.“ Für den entsprechenden Süße-Kick wird dem Erythrit noch ein Prozent Stevia untergemischt – ein rein pflanzlicher Süßstoff.

Mit der Idee haben Hamann und sein Team ins Schwarze getroffen, denn immer mehr Menschen achten auf eine gesunde Ernährung. „Ich dürfte das eigentlich gar nicht sagen, aber Zucker ist Gift“, bemerkt der Geschäftsführer. Die Eismaschine neben ihm spuckt gerade Stracciatella-Eis aus – zu 25 Prozent zuckerreduziert. „Wir wollten etwas Neues ausprobieren. Bisher haben wir jedes Jahr zwei, drei neue Sorten entwickelt, jetzt dachten wir: Das alleine kann‘s auf Dauer nicht sein.“ Bei der Internationalen Eismesse im italienischen Rimini Anfang des Jahres kommt die Idee weniger gut an. „Die haben uns für verrückt gehalten, in Eis gehört nun einmal Zucker, haben sie gesagt“, erinnert sich Hamann, lacht und fügt hinzu: „Da haben wir gedacht: Jetzt erst recht!“eis1

Gelatiere Mauro recherchiert, spricht mit Experten und wagt schließlich einen ersten Versuch. Hamann spielt Versuchskaninchen, bekommt zwei Eisbecher vor die Nase, einer normal, der andere zuckerfrei. „Mauro dachte, ich verwechsle die beiden. Ich habe aber direkt gemerkt: Das Eis, das besser schmeckt, ist mit Erythrit“, erzählt er und schmunzelt. „Das Eis war viel cremiger, aber der Geschmack genauso intensiv wie bei normalem Eis.“

Seit April hat das Aroma dann täglich zunächst zwei, später dann bis zu fünf zuckerreduzierte Sorten ins Sortiment aufgenommen – unter den zu hundert Prozent zuckerfreien Geschmacksrichtungen können die Kunden im Wechsel zwischen Avocado-Banane, Gurke-Limette-Ingwer, Maracuja-Assai und Stachelbeere-Kiwi wählen. „Das hat eingeschlagen wie eine Bombe!“, resümiert Hamann begeistert und lädt zum Probieren ein: „Alle haben Mitspracherecht!“

Obwohl das Erythrit-Stevia-Gemisch in der Anschaffung deutlich teurer ist, kostet die Spachtel zuckerreduziertes beziehungsweise -freies Eis in der Aroma Eisbar nicht mehr als herkömmlich. So kann man schlemmen, ganz ohne sich  dabei Sorgen um Figur, Gesundheit oder Geldbeutel machen zu müssen – selbst dann, wenn man „nur“ zur zuckerreduzierten Sorte greift. „Das ist so, als würden wir die ganze Flasche Wein genießen, aber tatsächlich nur ein Glas trinken“, veranschaulicht Hamann den Effekt und betont: „Trotz allem bleibt es am Ende immer noch Eis!“ – und schmeckt hervorragend!eisanna

Von Anna-Lena Georg, Fotos: Thomas Breme, Vila Vita


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