Selbsttest: Aktivkohle - macht Black beautiful?

Aktivkohle habe ich bisher nur als Mittel gegen Magen-Darmbeschwerden genommen – in Tablettenform. Oder zum Reinigen von Wasser – mit einem Aktivkohlefilter. Heute aber gibt es Aktivkohle immer häufiger im Beautybereich: Masken, Duschgels, Zahnpasta oder Peelings sind auf dem Vormarsch.

Die Produkte versprechen weißere Zähne und eine reine, glatte Haut ohne Pickel und Mitesser. Mit der schwarzen Farbe heben sich die Produkte von herkömmlicher Hautpflege ab, die bislang auf reines Weiß setzte. Jetzt ist „black beautiful“. Doch halten die Produkte wirklich, was sie versprechen? Ich habe eine Aktivkohle-Maske und -Zahnpasta getestet.
Dafür habe ich im Drogeriemarkt eine handelsübliche Maske zum Preis von 1,25 € ausgesucht. Ich habe mich vorher schlau gemacht und weiß, worauf ich achten muss: Nicht alle Produkte, die mit dem Trendstoff Aktivkohle werben,
enthalten ihn auch! In der Liste der Inhaltsstoffe von Aktivkohle-Kosmetik sollten die Begriffe „Charcoal“, oder „Charcoal Powder“ zu fi nden sein. Auf einigen Tuben und Packungen steht nur die Bezeichnung „Carbon Black“. Hierbei  handelt es sich um synthetischen Ruß, der nur für die schwarze Farbe sorgt – von Aktivkohle keine Spur!


Auftragen lässt sich die Maske wie jede andere auch: Aus dem Tütchen drücken und ab ins Gesicht. Fühlt sich feucht und frisch an und riecht angenehm. Achtung: Sieht etwas gruselig aus und könnte unerwarteten Besuch  erschrecken! Jetzt noch 20 Minuten einwirken lassen und dann abziehen. Das funktioniert nur stückchenweise. Was bleibt ist ein frisches, angenehmes Hautgefühl. Hautschüppchen und oberflächlicher Schmutz sind weg. Tiefenrein ist die Haut nicht – fühlt sich aber trotzdem gut an!


Die schwarze Zahnpasta auf der Zahnbürste sieht nicht gerade appetitlich aus! Das in den Mund zu nehmen, kostet mich etwas Überwindung. Aber zumindest schmeckt es minzig-frisch und die Zahnpasta verwandelt sich beim Putzen schnell in weißen Schaum. Der Sofort-Effekt überzeugt: Die Zähne sind nach dem Ausspülen super-glatt und strahlend. Die Kohlepartikel schmirgeln die Zahnoberfläche ab und entfernen Verfärbungen. Täglich sollte die Zahnpasta aber nicht zum Einsatz kommen, da sie auf Dauer den Zahnschmelz angreift.


Übrigens: Egal ob Aktivkohle oder synthetischer Ruß, beides lässt sich mit Wasser wieder abwaschen. Weder Gesicht noch Zähne müssen schwarz bleiben. Aufgepasst: In einigen schwarzen Masken finden sich  Kohlenstoffverbindungen wie „Carbon Black“ – ein gefärbter Industrieruß. Einige von ihnen sind nachweislich krebserzeugend, andere stehen unter dringendem Krebsverdacht!

TIPP: AUF INHALTSSTOFFE ACHTEN!
Manche Hersteller färben ihre Produkte mit Eisenoxid oder Ruß schwarz, um das Kundeninteresse zu befriedigen.

Alexandra Dalwig

Foto: Alexandra Dalwig


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