Kolumne: Ach Frau, ach Mann...

Unsere Autoren Katharina und Michael beleuchten verschiedene Themen aus weiblicher und männlicher Sicht. Diesmal dreht sich alles um Kommunikation - oder wie Michael sagen würde... "?!"

achmanneinleitung

Reden ist Silber, Schweigen ist überschätzt

Für die Aussage meiner Mutter: „Ach ihr Lieben, es ist schon spät geworden, langsam brechen wir, glaube ich, mal auf. Schön war es wieder“, brauchte mein Vater nur zwei Buchstaben: „So!“ Manchmal hat er sich dabei noch mit beiden Händen auf die Oberschenkel geschlagen und angedeutet, aufzustehen. Ein recht ökonomischer Umgang mit Worten, wie ich finde.

Männer kommunizieren eben anders als Frauen. Wäre auch ein Wunder, wenn nicht. Sie sehen anders aus, riechen anders und reden natürlich auch anders. Wer jetzt gerade Luft für eine Gender-Schimpftirade holt, darf sich bei einem kleinen Spiel abregen:

Ordnen Sie bitte folgende Sätze einem Geschlecht zu:

„Schatz, was denkst Du gerade?“
„Mir ist kalt.“
„Die waren gar nicht teuer.“


Sie sehen, es sind ausschließlich Beispiele weiblichen Ausdrucks. Mir sind keine anderen eingefallen. Männer sagen ja nie was …


Das stimmt natürlich nicht. Am Stammtisch gibt’s in den Herrenrunden genauso viel zu hören wie bei Frauenrunden. Nur die Themen weichen voneinander ab. Und ernst wird es erst, wenn es an die zwischengeschlechtliche Kommunikation geht. Ein großes Problem dabei ist die weibliche Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Zum Beispiel  grammatikalisch korrekte Sätze von sich zu geben, also immer weiterzureden und Vorwürfe zu machen, während sie eigentlich schon denken: „Herrje, ich bin wahrscheinlich doch im Unrecht, aber wie kriege ich denn jetzt noch die Kurve? Ach, ich hör mir einfach mal selbst zu und schaue, wo das alles hinführt …“ Das schaffen Männer einfach nicht. Denen fällt es manchmal schon schwer, simultan zu denken und zu sprechen. Da ist es mir doch lieber, sie stellen dann das Reden ein.

kathaAber eigentlich wollen wir uns doch alle gut verstehen - und Worte können dabei immens helfen. Und wenn es nur die berühmten drei sind. Die können sich sogar Männer gut merken
und im richtigen Moment hervorgezaubert, machen sie Frauen sprachlos: „Ich putze heute.“

Von Katharina Stenner

Schweigen ist reden ohne Worte

Ach Katha! Du hast ja so Recht. Wir Männer sind wirklich oftmals „maulfaul“. Und ein simples „So!“ ist doch auch aussagekräftig – natürlich nur verbunden mit dem richtigen Blick und der richtigen Geste. Laut einer Studie ist die unterschiedliche Herangehensweise an das Thema Reden sogar beim schriftlichen Kommunizieren per Handy zu erkennen. Auch dort benötigen Frauen mehr Worte als Männer. Die weiblichen Textnachrichten sind deutlich länger. Während Männer meist kurz und knapp schreiben und auch mal Sarkasmus, Flüche und Zoten nutzen, geht es bei Frauen auch per SMS emotionaler und ausführlicher zu. Typisches Beispiel: Männer schreiben „Stammtisch um acht!“, Frauen texten vor und nach dem  eigentlich relevanten Thema: „Huhu, wie geht‘s Dir denn so?“, „Pass auf Dich auf, sei vorsichtig!“ oder „Was machen denn die Kinder?“

michaMänner verstehen sich auch mit wenigen Worten. Mann konzentriert sich eher auf das Wesentliche – oder auch nicht. Sie sollten mal dabei sein, wenn Männer unter sich sind. Wir können auch geschwätzig sein. Fußball, Job und Politik sind dabei beherrschende Themen. Und natürlich brodelt auch bei uns die Gerüchteküche. Fazit: Die Zahl der pro Tag von den beiden Geschlechtern benötigten Silben dürften ziemlich stark voneinander abweichen. In welche Richtung das Pendel ausschlägt, darf sich nun jeder aussuchen, denn ich bin jetzt ein
wenig „schreibfaul“.

Von Michael Acker

Fotos:Adobe Stock Drobot Dean, mr//media

 


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