Ach Frau - ach Mann

Diesmal geht es in unserer Kolumne um ein haariges Thema: Michael und Katharina verraten, was sie von Glatzen, Intimrasur und Damenbärtchen halten.

Warum wachsen Haare nur da, wo man sie nicht will?

Du tust gut daran, immer wieder zum Rasierer zu greifen und Deinen Körper von Haaren zu befreien. Schließlich leben wir nicht mehr im Neandertal, sondern im Jetzt. Die überwiegende Zahl der Männer setzt auf glattrasierte Körper oder?! Mittlerweile nicht nur bei Frauen. Auch Mann greift immer mehr zum Rasierer – nicht nur bei der Gesichtsbehaarung. Achselrasur, Brustrasur, Beinrasur und auch Intimrasur sind im 21. Jahrhundert fast schon normal. Und auch die Kopfrasur hat ihre Fans. Meist bei Männern, die eine Tonsur-Frisur haben. Womit wir auch schon bei unserem Haupt-Problem sind: dem Haarausfall. Herbert Grönemeyer sang schon vor Jahrzehnten: „Männer kriegen keine Kinder, Männer kriegen dünnes Haar, Männer sind auch Menschen, Männer sind etwas sonderbar, Männer sind so verletzlich, Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich. Männer haben‘s schwer, nehmen‘s leicht, außen hart und innen ganz weich, werd‘n als Kind schon auf Mann geeicht. Wann ist ein Mann ein Mann?

MichaelRecht hat er, der Herbert aus Bochum, der Kriegsberichterstatter vom Boot. Auch ich befasse mich seit einiger Zeit mit dem Thema. So kurz vor 60 werden die Haare halt schon mal etwas dünner. Das ist bei vielen männlichen Zeitgenossen normal. Aber auf einmal ganz oben ohne? Das ist gewöhnungsbedürftig. Da kommt mir Jürgen Klopp in den Sinn. Der Liverpool-Coach steht zu seiner Haartransplantation. Die „angetackerten“ Haare halten gut und sorgen weiterhin für einen jugendlich wirkenden „Kloppo“. Und dann kommt mir das Geld in den Sinn. Mehr als 20.000 Euro für eine schöne, neue und vor allen Dingen in der Kopfhaut festsitzende Frisur sind schon ein Wort. Hmmh … Da lass ich mir lieber das längst überfällige Bad neu machen. Dort kann sich meine Frau dann ihrer Problemhaare in schönem Ambiente widmen und ich mich nicht nur im Gesicht rasieren.


In diesem Sinne einen glatten und geschmeidigen Sommer 2019.
Von Michael Acker

 Warum können wir nicht aus unserer Haut?

Kennen Sie die Werbung, in der eine Frau sich ihre komplett haarlosen Beine rasiert? Das perfekte Sinnbild, wie groß der kollektive Ekel gegen die – weibliche – Körperbehaarung sein muss. Sie wird noch nicht mal gezeigt, wenn es um ihre Entfernung geht. Behaarte Achseln, das dürfen nur Nena und Hippies. Wer keine Deutschpop-Esoterik-Lieder singt oder einen VW-Bus fährt, zieht nur stumm entsetzte Blicke beim Entblößen der haarigen Realität auf sich. Oder Kommentare: „Entschuldigung, haben Sie zufällig die Kontrolle über ihr Leben verloren?“

KathaMit Fortschreiten der Evolution hat sich die Intim- und Achselbehaarung also vom sexuellen Lockmittel (stellen Sie sich die Buschelstellen als urzeitliches Wunderbäumchen zum Anlocken von Geschlechtspartnern vor, wahlweise in den Duftrichtungen „unten“ oder „oben“) doch annähernd in ihr Gegenteil verkehrt. Vor allem bei den Damen. Denn zwar werden auch Männer immer glatter, aber die Rasur ist bei ihnen doch weitgehend noch ein „Kann“, kein „Muss“, zumindest wenn Sie von Natur aus nicht aussehen wie ein Ewok.

Und das macht mich irgendwie wütend. Als Frau, als Anhängerin der Gleichberechtigung, als Vermeiderin von Oberflächlichkeiten. Vor allem macht es mich wütend, dass ich mich dem selbst nicht entziehen kann. Mir gefallen haarige Frauenbeine einfach nicht. Mir gefallen auch keine kuscheligen Achselhöhlen oder kleine Damenbärtchen. Könnte ich schnipsen und würde dabei dauerhaft jegliche Körperbehaarung verlieren, ich bekäme wunde Finger. Beidhändig und mit den Füßen würde ich schnipsen. Und das versteht jeder, der schon mal das Vergnügen eines Brasilian Waxings hatte. Schön ist anders. Schön ist nur das Ergebnis. Aber was hilft das Jammern? Wir können nun mal nicht aus unserer haarigen Haut, bis die Evolution den nächsten Schritt wagt. Also verordne ich im Sinne der Gleichberechtigung allen Herren mal ’ne kleine Intim-Wachsbehandlung. Das wird Euch abhärten, damit Ihr der nächsten Männergrippe furchtlos ins Auge schauen könnt.

Von Katharina Stenner


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