Dr. Thomas Schäfer im Gespräch

Er ist Grenzgänger, Hinterländer, Familienmensch und Finanzminister. Früher spielte er im Handballtor des TV Biedenkopf und konnte sogar Spagat. Die Rede ist von Dr. Thomas Schäfer, der mit seiner Familie ein „Nomadenleben“ führt.

schaeferDer Chef von über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Hessischen Finanzministerium lebt in der Woche in Wiesbaden, die Wochenenden versucht er in seiner Heimatstadt zu verbringen. Die beiden Kinder gehen in der Landeshauptstadt zur Schule.

Der Jurist und Bankkaufmann freut sich schon jetzt auf das historische Grenzgangsfest im August, das spätestens seit dem Film „Der Grenzgänger“ auch bundesweit bekannt ist. „Als Gründungsmitglied der Burschenschaft Hasenlauf habe ich natürlich eine besondere Beziehung zum Grenzgang“, sagt Schäfer, dessen Hochzeit im Jahr 2005 sogar wegen des historischen Heimatfestes verschoben werden musste.

Knapp zwei Meter groß bei einem Gewicht von 114 Kilogramm – Thomas Schäfer fällt eigentlich überall auf. Aber nicht nur wegen seiner Statur, sondern auch wegen seines Könnens und seiner Zielstrebigkeit. 1985 war er im  Stadtparlament Biedenkopf als 19-Jähriger der jüngste Abgeordnete in Hessen. 2018 gewann er seinen Wahlkreis im Hinterland und erreichte sieben Prozent mehr Erststimmen als Zweitstimmen. „Darauf bin ich stolz!“

Vielleicht ist das auch das Ergebnis seines politischen Mottos: „Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht. Ich bin immer sehr gut damit gefahren, mich festzulegen, klar Stellung zu beziehen.“ „,Du siehst aus, als wenn du zwei Rumpsteaks vertragen könntest‘, sagte Helmut Kohl einmal zu mir. Ich hab‘s versucht, und knapp geschafft. Der noch etwas schwerere Kanzler schaffte das natürlich auch einschließlich der Bratkartoffeln locker“, erinnert sich der CDU-Mann an eines seiner Treffen mit dem damaligen Bundeskanzler. Seine beiden politischen Chefs, Dr. Roland Koch und heute Volker Bouffi er, bezeichnet er als grundverschiedene Typen. „Ich habe von beiden viel gelernt.“

Aus jeder Lebensphase hat der Staatsminister Freunde mit durchs Leben getragen – speziell aus der Schulzeit. Sein Lebensmotto lautet: „Ich versuche, jeden Tag mit Lebensfreude aufzustehen und abends wieder ins Bett zu gehen – meistens gelingt mir das auch.“

Seine Lieblingsspeise sind Kohl- und Sauerkrautrouladen. Er kocht manchmal auch selbst und steht in der warmen Jahreszeit am Grill, um die Familie mit Leckerem zu versorgen. Lieblingsorte im Landkreis sind die Hütte der  Grenzgangsgesellschaft Hasenlauf mit tollem Blick über Biedenkopf ganz in der Nähe seines Wohnhauses sowie das Schloss in Rauischholzhausen. Hotspots für den Skifahrer Schäfer waren früher die Pisten in den Dolomiten: „Die Sella Ronda oder Alta Badia, das ist zum Zungeschnalzen“. Heute fährt er mit der Familie zum Skifahren ins Allgäu.

Und dann gab es natürlich noch einen Lieblingsort: das Handballtor. Womit wir wieder beim Spagat sind. „Ich bin sogar wieder hochgekommen. Dafür gibt es massenweise Zeugen“.schaefer3

Text: Michael Acker, Fotos: Thorsten Richter, Privat


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