Abseits der Pisten: Felix Wiemers lotet Grenzen aus

24 Skifahrer haben sich dieses Jahr in der Freeride World Tour die Hänge auf drei verschiedenen Kontinenten hinuntergestürzt, atemberaubende Sprünge über Felsen gezeigt und rasante Schussfahrten ins Tal gemacht. Freerider Felix
Wiemers aus Biedenkopf hat die deutsche Fahne alleine hoch gehalten.

Welche Linie er wählt, welche Sprünge und Tricks er zeigt, entscheidet der frühere Bundesliga-Turner und jetzige Taktikchef der Kunst-Turn-Vereinigung (KTV) Obere Lahn erst vor Ort. Er kennt die Strecken in den schönsten Ski-Gebieten dieser Welt: Kanada, Alaska, Japan und Europa sind die Ziele. Er fährt allerdings dort, wo die Skitouristen nie fahren würden. „Es geht darum, die eigenen Grenzen auszuloten, zugleich das Risiko so gering wie möglich zu halten.“

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Alaska: Abfahrt vom Gipfel bis auf Meereshöhe.

Eine seiner Lieblingsstrecken ist in Nordamerika: „Alaska ist spannend, es geht bis auf Meereshöhe hinunter. Denn es kommt nicht auf die Höhe der Berge an, sondern auf die Höhen meter, die man absolviert.“ Der 30-jährige Extremskifahrer aus dem Hinterland schreibt derzeit seine Examensarbeit in Sport, Physik und Deutsch auf gymnasiales Lehramt, das er in Marburg studiert. Neben dem Turnen und Skifahren ist Felix begeisterter Windsurfer, Mountainbiker und seit Neuestem auch Segler.

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Felix Wiemers: Extremskifahrer und Lehramtsstudent.

Gemeinsam mit seiner Freundin Lotta, eine Nationalmannschafts-Seglerin aus Kiel, hat er sich dieses Jahr ein 14 Meter langes Segelboot gekauft, das derzeit in Tromsö in Nord-Norwegen vor Anker liegt. „Im Frühjahr 2019 gehen wir damit auf Segeltörn durch die schönsten Fjorde und Buchten in Norwegen und auf den Lofoten“, berichtet Wiemers. „Wo es uns gefällt, und die Berge spektakulär sind, gehen wir mit dem Beiboot an Land. Dann geht es zu Fuß die Berge hinauf, um anschließend die Abfahrten gemeinsam zu genießen.“ Das Projekt heißt „Sail and Summit“, Segeln und Gipfel.

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Steil, steiler, am steilsten: Wiemers schreckt vor nichts zurück.

Diesen Winter stehen für den Weltenbummler keine Wettkämpfe auf dem Programm. Er konzentriert sich ganz auf die Dreharbeiten für ein Filmprojekt mit spektakulären Skilauf-Aufnahmen in Kanada und den Alpen. Der aktuelle Film „Dedication“ hat Anfang November in der BMW-Welt in München Premiere gefeiert.

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Free Ride World Tour: Felix Wiemers (rechts) gewinnt Bronze.

Bei all den Projekten stellt sich die Frage, wovon Wiemers lebt; seine bestechend einfache Antwort: „Von Sponsoren!“ Er wird unter anderen fi nanziell unterstützt von BMW, K2, Alpina und Roeckl. Auch das Marburger Unternehmen „Paediprotect“ steht hinter Wiemers, der sagt: „Ich kann davon gut leben, werde mein Studium aber auf alle Fälle abschließen. Schließlich werde ich auch älter, und dann brauche ich was Sicheres. Irgendwann werden die Berge zu hoch.“
Nächster öffentlicher Auftritt ist bei Louis Vuitton. Dort hält er einen Vortrag über seinen Sport vor den besten Kunden Deutschlands.

P.S.: Felix Wiemers hat 40.000 Follower auf Instagram und Facebook. Auf felixwiemers.com gibt es weitere spektakuläre Bilder und viele weitere Infos über den weltweit bekannten Sportler aus dem Hinterland.

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Verbier, Mont Blanc: Abfahrt vom höchsten Berg Europas.

von Michael Acker

Fotos: Lachner, Hans Martin Kudlinski, Freerideworldtour


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