Auto im Alltag

Diesmal im Test: BMW 4er als Diesel-Gran-Coupé 430d

Von Günther Koch/Life-Magazin

BMW 4er Gran Coupé, hier als Diesel 430d mit 258 PS. Foto: Koch

Es geht immer auch noch eine Nummer größer! BMW hat es nach dem 6er- zwischenzeitlich auch beim 4er vorgemacht – und ist in der Premium-Mittelklasse im Umfeld vergleichbarer Audi- und Mercedes-Coupés nach wie vor sogar mit einer gestreckten Version unterwegs, die wir jetzt als zweitstärksten Diesel 430d Sport Line zur Probe gefahren haben.

Außen & Innen

2017 erst haben die Münchner ihren 4er dezent nachgeschärft. Das Gran Coupé fährt auf 4,64 Metern Länge sauber verarbeitet vor, mutet innen noch etwas wertiger an. Platz ist bei 2,81 Metern Radstand selbst im Fond des Viertürers noch ordentlich vorhanden. Das Gepäckabteil fasst 480 bis 1300 Liter, immerhin 35 Liter mehr als bei der normalen zweitürigen Variante. Im sportlich-funktionellen Cockpit ist die Bedienung über den Dreh-/Drückknopf und den Flachbildmonitor nach wie vor rasch im Griff. Lediglich die Sicht nach hinten bleibt wegen der nach hinten dynamischer abfallenden Dachlinie etwas eingeschränkt.

Motor & Umwelt

Bei dem getesteten Sechszylinder handelt es sich um einen kultivierten 3,0-Liter mit 258 PS und durchzugsstarken 560 Newtonmetern schon früh ab 1500 Touren. Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 ist in 5,6 Sekunden geschafft. Der Selbstzünder macht diesen BMW in der Spitze 250 Stundenkilometer schnell. Eine sehr gut abgestufte, auch manuell schaltbare Achtgang-Steptronic-Automatik überträgt die Kraft auf die Räder. In Verbindung mit der spritsparenden Stopp/Start-Funktion gibt BMW den Mixverbrauch zumindest im Datenblatt günstigstenfalls mit um die fünf Litern an. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach eher moderaten Landstraßen- und Autobahnfahrten immer noch akzeptable 5,6 Liter angezeigt.

Dynamik & Sicherheit

Der Twinpower-Turbo schiebt den leer 1690 Kilo schweren Heckantriebler beim Tritt aufs Gaspedal kraftvoll voran. Das Fahrwerk, das etwas tiefer liegt, hat einen genauso sportlichen wie komfortablen Eindruck hinterlassen. Über den Fahrerlebnisschalter sind verschiedene Modi von Eco Pro über Normal bis Sport+ einstellbar. Die Servotronic mit geschwindigkeitsabhängiger Lenkkraftunterstützung gibt direkte Rückmeldung von der Straße. Die vorn und hinten innenbelüfteten Scheibenbremsen sorgen für standfeste Verzögerung. Das Sicherheitsniveau schon im Basismodell ist überaus hoch.

Serie & Extras

Vier Lines hoch bis zum M Sport gibt es. Die mit Namen Sport Linie ist die über der Einstiegsversion. Bei ihr kommen neben Standumfängen wie LED-Scheinwerfern, Radio, Multifunktions-Sportlederlenkrad, hochauflösendem 6,5-Zoll-Farbmonitor, Parkabstandskontrolle hinten, Tempomat mit Bremsfunktion, Vernetzung, Zweizonen-Klimaautomatik und Durchladesystem auch Sportsitze und 18-Zoll-Leichtmetallräder mit 225er-Reifen noch hinzu. Aufpreispflichtige Sonderwünsche reichen hier etwa vom Headup-Display für 980 Euro übers Adaptivfahrwerk für 1100 Euro und Leder für 1790 Euro hoch bis zum 4000 Euro teuren Business-Paket mit Navigation. 

Preis & Leistung

Die Anschaffung, in diesem Fall ab 53 400 Euro, ist teuer. Dafür gibt’s ein größeres, formschönes, durchaus nutzwertigeres Coupé, das auch für die längere Reise taugt, als Gegenwert. Ab 40 400 bis 62 700 Euro ist die Stretchvariante auch mit Allrad zudem als Benziner mit 184, 252 und 326 sowie als Diesel mit 150, 190 und 313 PS zu haben. In der 4er-Baureihe stehen sonst noch Coupé und Cabrio auch als M4 zur Wahl.

Datenblatt

Motor: Sechszylinder-Turbodiesel. Hubraum: 3,0 Liter. Leistung: 190/258 kW/PS. Maximales Drehmoment: 560/1500-3000 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 5,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 250 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 5,6 Liter pro 100 Kilometer, 134-129 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 5,1-4,9 Litern Mixverbrauch. Preis: 53 400 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

16. Oktober 2017

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