Momente fürs Leben

Kevin Vidakovics, Spielführer beim TSV Eintracht Stadtallendorf, verrät mrlife im Exklusiv-Interview wie es sich als wertvollster Spieler des Landkreises, Bagpacker und Student so lebt.

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mrlife: Hi Kevin, wie schaut’s?
Kevin: Persönlich eigentlich immer gut. Sportlich sind wir ja leider aus der Regionalliga abgestiegen. Aber nächste Runde greifen wir in der Hessenliga natürlich wieder an. Schließlich stimmen Kameradschaft und Umfeld am Herrenwald. Das hat für den Aufstieg gesorgt und anschließend dafür, dass wir uns zwei Jahre als Amateure bei Profis gehalten haben. Da hat niemand mit gerechnet. Das war eine tolle Erfahrung.

Vierte Liga, das war schon was ...
In den legendären Stadien von Waldhof Mannheim, den Stuttgarter Kickers oder im Aue-Stadion von Hessen Kassel haben wir Tradition geschnuppert. Dort sind schon die Legenden des deutschen Fußballs zu Punktspielen angetreten. Und dann der Bieberer Berg in Offenbach.

Davon  werde ich meinen Kindern noch erzählen."

Ein besonderes Erlebnis?
Wir sind mit einer Polizeieskorte durch Offenbach bis hin zum Stadion am Bieberer Berg gebracht worden. Erst im Stadionbereich hinter den Absperrungen konnten wir den Bus verlassen. Und dann im Stadion ging es erst richtig ab. An die 10.000 Fans machten einen derartigen Krach, dass man auf dem Spielfeld sein eigenes Wort nicht verstand. Da kommt man sich manchmal schon als Großer vor. Davon werde ich meinen Kindern noch erzählen.

kevin1Wie hast Du Sport und Job unter einen Hut gebracht?
Die Koordination von Fußball, Studium und Beruf war schwierig, aber machbar. In der Vorbereitung hatten wir schließlich sechs bis sieben Trainingseinheiten, während Runde und Spielbetrieb waren es vier. Aber es ging.

Und an den Spieltagen?
Das war natürlich ganz anders. Zu den Spielen mit einer Entfernung von mehr als 250 Kilometern sind wir mit dem Bus am Tag vor dem Spiel angereist und haben dort übernachtet. Das war auch was ganz Neues für uns. So wie die Profis das halt machen. Aber schön, und für die Kameradschaft, den Zusammenhalt enorm wichtig.

Du bist der wertvollste Spieler im Kreis.
Laut Transfermarkt.de: ja. Die haben einen Marktwert von 100.000 Euro ermittelt (lacht). Einige meiner Kameraden waren aber auch auf diesem angeblichen Niveau. Das interessiert mich aber nicht die Bohne. Wir haben darüber  geflachst. Messi und Ronaldo sind die wertvollsten der Welt. Na ja. Mit denen können wir uns natürlich noch nicht messen. Ich würde aber gerne mal gegen einen spielen. Aber im Ernst, das mit den Ablösesummen und Gehältern in den großen Ligen ist der helle Wahnsinn. Eines haben wir allerdings gemeinsam – wir sind alle als Panini-Sticker erhältlich.

Hast Du eigentlich ein Vorbild, einen Lieblings-Verein?
Mein Vorbild ist Mats Hummels. Schließlich spielen wir die gleiche Position. Fan des BVB bin ich schon lange. Und nächstes Jahr wird Borussia Dortmund auch wieder Meister.

Lebensmotto?
Sieh‘ an allen Dingen das Positive!

Hättest Du gerne eine außergewöhnliche Fähigkeit?
(Nach kurzem Nachdenken) Ich würde gerne Gedanken lesen können!

Marburg ist meine Traumstadt"

Natürlich muss ich Dich zum Schluss auch noch auf Deine Familie ansprechen ...
(Lacht) Diese Frage kommt sehr oft. Wir waren insgesamt sieben Geschwister, ich das Nesthäkchen. So etwas prägt natürlich auch. Da lernt man einiges für‘s Leben, unter anderem Durchsetzungskraft und Ehrgeiz. Meine älteste  Schwester ist 18 Jahre älter als ich. Alle wohnen noch im Hinterland. Ich bin am weitesten weg in Marburg. À propos Marburg. Ich liebe es in der Stadt an der Lahn zu leben. Marburg ist meine Traumstadt.

 IMG 0366Zur Person:

Kevin Vidakovics, 28 Jahre alt, geboren in Biedenkopf, aufgewachsen in Breidenbach, wohnt heute mit Freundin in Marburg. 1,90 Meter groß, durchtrainiert wie ein Bundesliga-Profi.

Zur Freizeit:

Back Packing in aller Welt, unter anderem schon in Peru, Abu Dhabi, Dubai, Bolivien, Vietnam und Thailand. „Lesen bringt mich runter, und Freunde treffen ist ein ganz wichtiger Faktor in meinem Leben“.

Zur Ausbildung:

Abitur an der Lahntalschule Biedenkopf; Ausbildung zum Industriekaufmann bei Buderus Breidenbach; heute Firma Weber Maschinenbau in Breidenbach. Dort absolviert er ein Duales Studium BWLMittelstandsmanagement mit dem Abschluss Betriebswirt.

Zur Karriere:

Fußball spielen gelernt in Breidenbach, dann über Marburg und Obere Lahn zurück nach Breidenbach und 2010 nach Stadtallendorf. Vertrag bis 2021. Zwei Runden in der Regionalliga – vierte Liga – gespielt. „Den Klassenerhalt
hat uns als Amateure niemand zugetraut.“ Nächste Runde in der Hessenliga. So hoch wie Eintracht Stadtallendorf hat noch keine Mannschaft aus dem Landkreis gespielt.

Fotos: Dr. Günter Körtner mr//media, Nadine Weigel, Thomas Breme mr//media, privat, Adobe Stock © kazy


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