Premium-Wanderwege

Für viele wird es Zeit, die Schuhe jetzt wieder zu schnüren

Die Natur lockt - auch in heimischer Umgebung. Archivfoto

Marburg - Raus in den Frühling, rein in die Natur: Jetzt ist es Zeit, mal wieder die Wanderschuhe zu schnüren und in die Saison zu starten! Für Gerd Daubert, den stellvertretenden Vorsitzenden der Region Burgwald-Ederbergland, passionierten Wanderer und Kenner der Wanderszene, sind die mittlerweile noch einmal aufgewerteten Premiumwege ein guter Tipp.

Ausgezeichnte Strecken

Die Region hat in den vergangenen Jahren viel Energie und Geld investiert, um ihre 19 im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Premium-Wanderwege nicht nur bekannter zu machen, sondern auch attraktiver, fasst Daubert zusammen. Die Wege seien verbessert, die Infrastruktur ausgebaut worden. So gehörten Gastronomiebetriebe und Übernachtungsmöglichkeite einfach zu einem solchen besonderen Weg dazu, ebenso Aussichtspunkte, kulturelle oder historische Besonderheiten: „Die Wanderer sollen auch was erleben.“ Im Burgwald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Hessens, gibt es gleich zwölf zertifizierte Premium-Wanderwege insgesamt mit rund 210 Kilometern. Vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert, sollen sie den Wanderer Natur und Kultur des Gebietes mit allen Sinnen erleben lassen. Alle Touren sind mit dem roten Anfangsbuchstaben ihres Namens gekennzeichnet und können auch ohne Karte erwandert werden. Für Daubert besonders wichtig sind die Kriterien, um das Markenzeichen „Premium“ zu erhalten.

Katalog mit 34 Kriterien

Das Deutsche Wanderinstitut hat demnach zunächst tausende Wanderer nach ihren Vorlieben gefragt und daraus 34 Kriterien entwickelt, nach denen Wanderwege zertifiziert werden. Es sind dies: Ein grasiger, nadeliger, erdiger Wegebelag ist schöner, als auf geteerten Wegen zu wandern. Und gelenkschonender. Schmale geschwungene Pfade sind aufregender als breite, gerade Wege. Wechselnde Landschaften und Ausblicke sind attraktiver, als stundenlang durch monotone Fichtenwälder zu wandern. Negativ beurteilt werden Hochspannungsleitungen, Autoverkehr, Zäune, Mülldeponien, Klärwerke, Atomkraftwerke am Wegesrand. Positiv bewertet werden Felsen, Höhlen, Hohlwege, Schluchten, Uferwege, Burgen, Schlösser, Hütten, Bänke, Rastplätze und – ein Belohnungsbier muss sein – Gasthöfe am Weg. Ganz entscheidend ist eine perfekte Markierung.

Nicht nur für Generation 55 plus

Aller Anfang muss dabei nicht schwer sein. „Wandern ist längst nicht mehr nur etwas für die Generation 55 plus“, sagt Daubert, der bis 2011 das Amt für den ländlichen Raum in Marburg leitete, bei den Gründungen der Regionalvereine Lahn-Dill-Bergland und Burgwald sowie bei der Entwicklung des Wanderwegenetztes entscheidend beteiligt war. Heute ziehe es Jung und Alt hinaus in die Natur. Ein paar Tipps sollten Anfänger aber beherzigen, zum Beispiel den, nicht einfach drauflos zu wandern, sondern sich vorher die Route anzuschauen - auch daraufghin, ob auf dem Weg eingelehrt werden kann oder nicht.

Wettergerecht angezogen

Das A und O der Ausrüstung sind demnach Schuhe mit gutem, geeignetem Profil, die zudem den Knöchel stützten und dessen Sohle so stabil ist, dass damit auch auf Naturwegen gelaufen werden kann. Funktionskleidung, Stöcke und atmungsaktive Rucksäcke sind zwar angenehm, laut Daubert aber "nicht zwingend notwendig". Atmungsaktive Kleidung reiche aus. Es sollte darauf achten werden, wettergerecht und im Schichtsystem angezogen sowie auf Regen vorbereitet zu sein. "Auch bei schlechtem Wetter kann man wandern!" Sonnenbrille, Mütze, Sonnencreme, Erste-Hilfe-Set dürften nicht vergessen werden. Vor allem seien ausreichend Trinkwasser oder Schorle und Verpflegung je nach Streckenlänge notwendig.

Informationen im Internet

Informationen zu den Premium-Wanderwegen finden sich im Internet unter www.premiumwanderwelten.de oder www.region-burgwald-ederbergland.de.

März 2016

 

Joomla Plugin