Der Wald im Blaulicht

Das nutzen einige Spezialisten,

die mit unterirdischen Kraftspeichern ausgestattet sind, um ganz früh Blätter und Blüten treiben zu können, damit sie ihren Job erledigen können, bevor sich der Schatten der Baumkronen wieder über sie breitet. Dann können sie ihre Blätter schon im Sommer wieder welken lassen. Deshalb finden wir im Frühling in den Buchenwäldern oft Blütenteppiche von Märzenbechern, Buschwindröschen, Lerchensporn, Scharbockskraut und Bärlauch. Besonders in den drei Buchen-Nationalparks Deutschlands, die unterdessen zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt worden sind, finden wir diese Frühblüher in ganzen Blütenteppichen. Im Nationalpark Kellerwald-Edersee, Hainich bei Bad Langensalza und Jasmund auf Rügen.
Hier gibt es noch großflächige Relikte der Buchenwälder, die ursprünglich einmal ganz Deutschland überzogen. Die Wälder der drei Standorte unterscheiden sich allerdings, weil sie auf unterschiedlichen Böden wachsen: Am nähstoffreichsten ist der Kalkboden mit Löß-Auflage im Hainich. Jasmund hat ebenfalls Kalkboden, aber der Wald ist an der Nordspitze Rügens extremem Wetter und Wind ausgesetzt. Der Kellerwald wächst  auf Grauwacke, auf deren nährstoffarmen Halden manchmal nur bizarrer Krüppelwuchs möglich ist. Entsprechend sind auch die Pflanzengesellschaften des Unterwuchses etwas anders. Während bei den beiden erstgenannten kalkliebende Pflanzen im Vorteil sind, darf der Boden  für die im Kellerwald auch schon mal etwas sauer sein.
Der Besuch eines jeden der drei genannten Nationalparks lohnt sich. Alle verfügen über ein Informationszentrum, das die Charakteristika des jeweiligen Waldes herausstellt. Es gibt auch von Rangern begleitete Führungen. Wenn die Blütenteppiche am Boden verblüht sind, kann man im Kellerwald-Edersee und im Hainich auch auf einem Baumkronenpfad laufen. Vor der Haustüre liegt der Nationalpark Kellerwald Edersee. Lohnend ist der Besuch des Nationalparkzentrums bei Herzhausen. Hier wird ein 3D-Film über den Buchenwald gezeigt. Weitere Informationen können mit allen Sinnen erfahren werden. Bekannt ist die Gastronomie des Zentrums für die Verwendung regionaler Produkte und für  schmackhaft zubereitetes Wild aus heimischen Wäldern. Bei Frankenau gibt es weitere Informationen in der Kellerwalduhr am Eingang Euler. Der dortige Parkplatz ist Ausgangspunkt für eine lohnende 1 1/2-stündige Wanderung  zur Quernst-Kapelle. Ebenfalls in Frankenau findet sich die Arche. In dem Gebäude erfährt man alles über die Frankenauer Arche-Region zur Erhaltung alter Haustierrassen. Zum Schluss noch ein gastronomischer Tipp: Die Fischerhütte in Rehbach bietet eine reiche Auswahl an Fischgerichten bei einem herrlichen Blick auf den See.

Text/Fotos: Werner Ebert

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