Die Kneipe im Keller

"Manni" sammelt seit 30 Jahren

Umgeben von dem illustren Resultat eines emsigen Sammlerlebens sitzt Manfred „Manni“ Schneider zufrieden in seiner Privatkneipe im Marburger Stadtteil Ronhausen. Dort hat er sich ein Refugium geschaffen, das es mit jedem gut bestückten Fanartikelshop locker aufnehmen kann. Manfred Schneiders Herz schlägt für das Sammeln von Kneipenartikeln. Der 70-Jährige sucht, sammelt und hortet „alles was mit Bier, Kneipe und der Marburger Brauerei zu tun hat“, erzählt der fröhliche Rentner eifrig. Der selbstgebaute Barraum in seinem Keller ist gefüllt mit Biergläsern, Humpen, Emblemen, Zahltellern, Bierfl aschen und Werbebannern in allen Farben und Formen. Dort gibt es einen Promilleweg, an der Bar beginnt die Hopfengasse, auf einem Plakat zwinkert eine fesche junge Frau einem überschäumenden Glas Bier zu. Kaum ein Fleck an der hellen, holzvertäfelten Wand, der nicht raumfüllend genutzt wird. „Es ist überladen“, gibt er lachend zu, „und damit fühle ich mich wohl“. Besonders die Schnapsnasen haben es dem Sammler angetan, mehr als 130 Stück der grinsenden Keramikfi guren besitzt er. Seinem Hobby frönt Manfred Schneider bereits seit über 30 Jahren mit ganzer Leidenschaft. Durch seine kundigen Hände sind bereits abertausende Stücke gewandert, die manch einer als kitschigen Nippes belächelt, ein anderer als bewahrenswerte Schätze mit Tradition betrachtet. Auch der Sammler möchte „etwas von der Region erhalten“ und hat dabei so einige „Highlights der alten Marburger Braukultur“ zu bieten. Etwa ein seltenes Werbeschild, noch von der Bopp und Beyer KG. Der typische, bierverliebte Kneipengänger mit Stammtisch-Allüren war er eigentlich nie. Die Privatkneipe dient „zum Fußball Gucken für die Kumpels“. Und irgendwo müssen seine Schätze schließlich präsentiert werden. Eine charmante Marotte braucht manchmal eben etwas mehr Platz, „man muss etwas verrückt sein, um das zu machen“, sagt er und poliert nebenher eine Schnapsnase. Ein Stück fehlt ihm noch in seiner opulenten Sammlung. „Ein Tablett der Marburger Brauerei – das wäre noch was“, sagt der Sammler mit sehnsüchtigem Blick.

von Ina Tannert

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