E-Mobility wird Lifestyle

Wandel zur E-Mobilität unvermeidbar

 

Rund 40 Stunden und damit ungefähr eine Arbeitswoche stehen Deutschlands Pendler im Schnitt im Stau. Das ergab eine Studie. Zeit, die viele Beschäftigte als frustrierend wahrnehmen und die den Geldbeutel und die Umwelt belasten. Allein rund 24 000 pendeln von und nach Marburg, so eine aktuelle Schätzung. Dabei gibt es  Alternativen zur Nutzung des eigenen Autos. Mit dem Projekt: „Gute Wege zur Arbeit“, setzt der ACE (Auto Club Europa) an diesem Punkt an und trägt betriebliches Mobilitätsmanagement bundesweit in Unternehmen. Beschäftigte sollen beispielsweise beim Umstieg aufs Fahrrad unterstützt werden. Ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen zukunftsfähigen Mobilität in der Region.

Das JobRad ist der neue Hit

„Steigen Sie aufs JobRad“, ist die Devise im E-Bike-Store des Marburger Gesundheitsmarkts Kaphingst. „Mit dem JobRad Angebot überträgt der Arbeitgeber das Dienstwagenprinzip auf die E-Bikes“, erklärt Marketingleiterin Andrea Suntheim-Pichler. Sie setzt sich auch im Rahmen ihres politischen Engagement bei „Bürger für Marburg“ für nachhaltige Mobilitätskonzepte ein. Mit dem JobRad können Mitarbeiter zu günstigen Konditionen ihr Traum Pedelec über den Arbeitgeber leasen und sparen damit Steuern und CO2. „Dies ist eine „Winwin Situation für Arbeitnehmer, wie für Arbeitgeber“, erklärt Andrea Suntheim-Pichler. Das JobRad stärkt die Attraktivität des Arbeitgebers, fördert die  Motivation, und Fitness des Mitarbeiters und stärkt das Image des Unternehmens pro Umwelt. Ein weiterer Vorteil ist die zunehmende Vielfalt der Räder: E-Bike Lastenräder, Anhängergespanne für Kinder und Hunde, Tandems und Tri-Räder für Behinderte. „Unser Problem in Marburg ist, dass sehr unterschiedliche Nutzergruppen in einem engen Stadtraum agieren wollen und müssen. Ohne gegenseitige Rücksichtnahme werden wir unser Ziele nicht erreichen, noch mehr Menschen für das E-Bike-Fahren zu begeistern“, erklärt Andrea Suntheim-Pichler. Die nachhaltig clevere Nutzung der E-Mobilität in Stadt und Land ist ein Baustein im Masterplan 100 Prozent Klimaschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Landkreis mit „Gemeinsam Mobil“

„Mobilität ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasen. Rund 15 Prozent der CO2- Emissionen in der Universitätsstadt Marburg werden durch den Verkehr verursacht“, darauf verweist Stefan Franke, Masterplanmanager des Landkreises Marburg-Biedenkopf.  Unter dem Motto, „Gemeinsam Mobil“ plant der Landkreis Marburg-Biedenkopf zukunftsfähige Modelle für Elektromobilität, die gemeinschaftlich nutzbar und bedarfsgerecht sein sollen. Das Projekt wird vom Bund gefördert. „Das Thema Mobilität zeigt sehr gut, dass sich der Klimaschutz immer mehr zu einer Querschnittsaufgabe entwickelt. Die meisten Themen haben neben dem Klimaschutz auch noch vielfältige Zusatznutzen. So spielen inzwischen auch der Lärm, die Kosten und die Verfügbarkeit emissionsfreier Energien oder drohende Fahrverbote eine große Rolle“, erklärt Masterplanmanager Stefan Franke. Allerdings behindern derzeit mangelnde Ladeinfrastruktur, verhältnismäßig hohe Anschaffungskosten, eine empfundene Einschränkung der persönlichen Mobilität und die Unsicherheit gegenüber der Batterie als Energiespeicher den Durchbruch der Elektromobilität. Zukunftsfähige Synergien sind deshalb gefragt. „Der Wandel hin zur E-Mobilität ist unvermeidbar“, sagt Stefan Franke.

E-Bike&Ride, E-Carsharing, E-Bürgerbus

Große wie kleine Unternehmen treten immer öfter in einen Kooperationswettbewerb, um gemeinsam nachhaltige Konzepte, innovative Technologien und grüne Geschäftsmodelle, wie beispielsweise das JobRad, E-Bike&Ride, E-Carsharing, E-Bürgerbus, E-Sammeltaxi voranzutreiben und gleichzeitig davon zu profitieren. „Regenerativ gespeist, wird E-Mobility zentraler Bestandteil eines smarten und ressourcenschonenden Lebensstils sein. Weiterentwicklung der Versorgungsinfrastruktur verbessert die  regionale Wert- und Technologieschöpfung. Schnittstellendesign und gemeinsame Projekte zwischen Unternehmen unterschiedlicher Branchen sind auf dem sich wandelnden Mobilitätsmarkt zentrale Erfolgsfaktoren. Das schafft Arbeitsplätze und hält Finanzmittel in der Region“, sagt Stefan Franke.

Text & Foto: Thomas Dannenmann

 

 

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