Frau für viele Karrieren

Inge Maisch, die Frau mit den vielen Beruf(ung)en

Der Liebe wegen wird inzwischen die karriere von Marburg aus gemacht. Pädagogin, Journalistin,Ausstellungsmacherin, Projektmanagerin, PR- und Marketing-Spezialistin oder Coach Inge Maisch, die Frau mit den vielen Beruf(ung)en.

„Ihre  Karriere,  bitte!“:  So  lautet  der  Titel  einer  Zeitungsrubrik, in der Inge Maisch wöchentlich Tipps fürs Berufsleben  gibt  –  als  Journalistin  und  Coach.  „Ihre  Karriere, bitte“,  mit  diesen  Worten  hat mrlife  die  62-Jährige  gebeten, über sich und ihr Berufsleben zu erzählen. Denn, einen Steckbrief über die Wahlmarburgerin zu erstellen, so wie sie es in einer ihrer Kolumnen rät, um sich der Fähigkeiten bewusst zu werden, ist reinste Sisyphusarbeit. „Ungefähr  29.600  Einträge“  liefert  die  Internet-Suchmaschine
„Google“  unter  der  Stichwortkombination  „Inge,  Maisch, Marburg“ – darunter eine Aufzählung ihrer Berufe: Pädagogin,  Journalistin,  Ausstellungsmacherin,  Projektmanagerin, PR- und Marketing-Spezialistin und Coach.
Bei all ihren Tätigkeiten, die sie quer durch die Republik führen  und  geführt  haben  –  von  Hamburg  bis  München, bei all den Perspektivenwechseln, die sie in all den Jahren vollzogen hat und die „sich wie ein roter Faden durch ihr Leben ziehen“, ist Marburg inzwischen zum Lebensmittelpunkt  geworden:  Zunächst  der  Liebe  zu  ihrem  Ehemann wegen, dem Herzspezialisten Professor Bernhard Maisch.Aber auch „dem Flair der Stadt und der Menschen wegen, die hier leben“. Inge Maisch macht aber auch keinen Hehl daraus, was sie an Marburg stört: „Die Stadt macht zu wenig aus sich, hier wird zu oft auf die Studierenden geschaut.“ Da offenbart sie ganz und gar die PR- und Marketingspezialistin in ihr, als die sie vor fast 20 Jahren in Hamburg als Designbeauftragte der Freien Hansestadt tätig  war.  Und  die  Journalistin  für  die  Themen  Denkmalschutz, Architektur und Design, die zehn Jahre lang unter anderem  für  die  Zeitschrift  „Schöner  Wohnen“  geschrieben hat. Sie fordert: „In Marburg muss es eine Verkehrspolitik  geben,  bei  der  es  nicht  nur  heißt:  Autos  raus  aus der Stadt.“ Gerade aufgrund der geographischen Lage der Stadt  und  dem  historischen  Stadtbild  müsste  nach  innovativen Lösungen gesucht werden, mit denen auch ältere Menschen gut in die Stadt hinein kommen könnten. Tiefgaragen oder Seilbahn seien dabei Denkansätze.Und wenn sie „den Dreck auf den Straßen“ anprangert, dann offenbart Inge Maisch ihre schwäbische Herkunft: Im Schwarzwald geboren und in Stuttgart aufgewachsen. Als junges Mädchen hat sie erlebt, „wie aus einer zerbombten Stadt wieder eine lebendige schwäbische Metropole geworden ist“.

Dass  die  Bundesgartenschau  –  wie derzeit von den Stadtvätern  auf  den  Weg gebracht – in Marburg stattfinden soll, wenn auch in 15 Jahren, begrüßt  die  Fachfrau in  Sachen  Stadtentwicklung nicht nur in diesem Zusammenhang. „ein solches Projekt muss zu einem bestimmten Stichtag umgesetzt sein, nicht nur, weil der Bundespräsident zur Eröffnung eine Rede hält“, nennt sie als maßgebliches Kriterium bei der Umsetzung. „Aber wirklich entscheidend für den Erfolg ist, dass die Menschen in Marburg es wollen.“ Und sie weiß, wovon sie spricht: Zu der schier unendlichen Liste der Projekte, an denen sie mitgearbeitet, die sie betreut oder bei denen sie beratend tätig war,  zählen  zahlreiche  Bundes-  und  Landesgartenschauen, darunter die BUGA 2005 in München und die vor drei Jahren in koblenz. Und diese habe nicht nur 3,5 Millionen Besucher angelockt, sondern auch mit einem Plus von 12 Millionen  Euro  abgeschlossen.  Doch  dies sei nur möglich gewesen,  weil  die  Koblenzer dafür waren, sich „Yes, we can“ auf die Fahnen  geschrieben hätten.  So  seien  Beteiligungsprojekte entstanden, die nach wie vor bestehen: Die Vereinigung der „Freunde der Bundesgartenschau“ mit ihren 1.000 Mitgliedern pflegt beispielsweise bis heute ein 3.000 Quadratmeter großes Staudenfeld.
Doch  zurück  zu  Marburg:  Die  Stadt,  die  mittlerweile auch zum Mittelpunkt der beruflichen karriere einer Frau geworden ist, die 1987 den Beamtenstatus einer Pädagogin aufgegeben hat, um mit 37 Jahren mit einem Volontariat in der Medienstadt Hamburg beim Norddeutschen Rundfunk das zu tun, was sie eigentlich immer machen wollte, und das heute noch einen teil ihrer Arbeit ausmacht: Journalistin zu sein. In Marburg ist Inge Maisch seit acht Jahren als selbständige Beraterin im Business coaching und Personal coaching tätig – in ihrem Unternehmen IMpb – Perspektiven und Beratung. „karriereberatung war eigentlich immer ein thema für mich“, sagt die Frau, die noch einmal all  ihre  Fähigkeiten  und  erfahrungen  vereint  hat  –  akribisch wie eine Schwäbin wohl ist, aufgebaut auf entsprechenden Weiter- und Ausbildungen. „Ihre karriere, bitte“: Das lässt sich bei Inge Maisch auch mit drei Wörtern beschreiben: ein Profi eben.

von Manfred Günther

 

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