CSL Behring:

Das CSL Behring-Sicherheitssystem sorgt für höchste Vorkehrungen bei Herstellung der Therapeutika.

 Arbeiten für die Lebensqualität  schwerkranker Menschen

CSL Behring, die größte Firma am Standort Behring, ist ein global führendes Unternehmen in Erforschung, Herstellung und Vertrieb von Plasmaprotein-Biotherapeutika. Seit über einhundert Jahren engagiert sich CSL Behring weltweit für die Behandlung seltener und schwerer Krankheiten – und damit für die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität vieler Patienten. Das Unternehmen produziert und vertreibt weltweit eine breite Palette plasmabasierter Therapeutika und solche, die mit Hilfe gentechnisch veränderter (Mikro) organismen hergestellt werden. Menschliches Blutplasma verfügt über zahlreiche Inhaltsstoffe, die sich kaum auf anderem Wege herstellen oder gewinnen lassen. Die Herstellung von Plasmaprodukten ist deshalb auf Menschen angewiesen, die Blutplasma spenden. Daraus werden lebenswichtige Arzneimittel hergestellt – zum Beispiel Gerinnungsfaktor VIII für Patienten mit angeborener Hämophilie („Bluter-Krankheit“). Ohne die Therapie mit F VIII könnte für diese Patienten selbst eine kleinere Blutung lebensbedrohend werden.

Lebenswichtige Medikamente aus Plasma

Auch Schwerverletzte und Verbrennungsopfer kämpfen oft mit Blut- und Plasmaverlust. Bei anderen Patienten kann das Immunsystem derart geschwächt sein, dass Infektionen im Körper nicht mehr effektiv bekämpft werden können. Aber auch angeborene Immunmangelkrankheiten können die Gesundheit gefährden. In diesen Fällen kann durch Produkte aus gespendetem Blutplasma Leben gerettet oder ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglicht werden.
Die Palette von plasmatischen Produkten wird heute ergänzt durch rekombinante Gerinnungspräparate, also Medikamente, die durch gentechnische Veränderungen gewonnen werden. Die Produktpalette von CSL Behring enthält unter anderem aus Plasma gewonnene und rekombinante Gerinnungsfaktoren zur Behandlung der Hämophilie, der von Willebrand-Krankheit und anderer schwerer Störungen der Blutgerinnung, Immunglobuline zur Behandlung von Störungen des Immunsystems und zur Prävention von Infektionen wie CMV, Tetanus, Tollwut und Hepatitis B.

Innovativ aus Tradition

1904 gründete Emil von Behring in Marburg die Behringwerke, die als erstes Unternehmen Proteine aus Blutplasma für Therapiezwecke nutzbar machten. Drei Jahre zuvor hatte Emil von Behring den ersten Nobelpreis für Medizin in Anerkennung seiner Pionierarbeit zur Entwicklung der Serumtherapie erhalten. Mit dem Beweis, dass sich die Schutzwirkung gegen Diphtherie und Tetanus mit dem Serum von einem Organismus auf einen anderen übertragen lässt, setzte er den Grundstein für die moderne Immunologie. Behring zeigte, dass im Blut bestimmte heilende Bestandteile – sogenannte Antikörper – vorhanden sind, die zur erfolgreichen Behandlung von Infektionskrankheiten eingesetzt werden können.
Ausgehend von dieser epochemachenden Entwicklung wurden Forscher der früheren Behringwerke bereits 1946 zu Pionieren bei der Herstellung von Arzneimitteln durch Aufarbeitung menschlichen Blutplasmas im industriellen Maßstab. Mit starkem Engagement in For schung und Entwicklung sowie dem Einsatz zukunftsweisender Technologien und deren Anwendung in der Herstellung von Biotherapeutika setzt CSL Behring die Tradition des Marburger Standortes fort.

Sicherheitssystem zur Überwachung

Die teilweise hochkomplexen Verfahren zur Gewinnung und Weiterverarbeitung von therapeutisch wirksamen Proteinen aus Blutplasma umfassen zahlreiche Trenn- und Reinigungsschritte. Um ein Höchstmaß an gleichbleibender Qualität und Sicherheit der Produkte zu gewährleisten, setzt CSL Behring ein effizientes, mehrstufiges Analyse- und Überwachungssystem ein – das CSL Behring Sicherheitssystem. Ausgehend von der strengen Auswahl und medizinischen Überwachung der Spender erstreckt sich das System auf umfassende Testungen und mehrstufige Reinigungsprozesse zur Virusinaktivierung und -eliminierung. Hierzu zählt die Pasteurisierung – eine Technologie, die für Gerinnungsproteine von Forschern der früheren Behringwerke unter Leitung von Professor Norbert Heimburger Ende der siebziger Jahre entwickelt, patentiert und eingeführt wurde. Im Jahr 1981 stellte das Unternehmen das weltweit erste pasteurisierte Hämophilie-Präparat zur Behandlung von Bluter-Patienten zur Verfügung.

CSL Behring heute

CSL Behring beschäftigt von den weltweit mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 2.400 in Deutschland. Das Unternehmen belegt eine der führenden Positionen in der Plasma-Biotherapeutika-Industrie. Die Zentrale von CSL Behring befindet sich in King of Prussia (USA). Herstellungsbetriebe sind in Broadmeadows (Australien), Bern (Schweiz), Marburg (Deutschland) und Kankakee (Illinois, USA). Forschungs- und Entwicklungsabteilungen arbeiten in Europa, Australien, Japan und den USA.

von Angela Heinemann; Foto: CSL Behring

 

 

 

Joomla Plugin