Gesundheit trinken

Bad Endbacher Heilwasser wirkt positiv auf den Organismus

Der erste Eindruck auf der Zunge vermittelt Geschmacklosigkeit mit einer winzigen bitteren Nuance. Wenn jedoch der Gaumen ins Spiel kommt, breitet sich ein starkes Aroma aus. Übereinstimmung herrscht in der Interpretation: Es schmeckt wie feuchte Erde auf dem Waldboden. Der Abgang ist von herzhafter Klarheit gekennzeichnet. Ilona Kraft und Johannes Gruber - Mitarbeiter der Kurverwaltung und der Lahn-Dill-Bergland-Therme - sowie der Autor betätigen sich nicht als Weintester; hier geht es um das Bad Endbacher Heilwasser.
Im Kurpark unterhalb der Lahn-Dill-Bergland-Therme kommt das Thermalwasser, nachdem es seinen Weg aus 1000 Meter Tiefe zurückgelegt hat, an die Oberfläche. Der Brunnen ist eine artesische Quelle, die ständig zirkuliert; die ganze Zeit läuft Wasser in das Brunnenbecken. Überdacht von einem Pavillon, der mit Informationsschildern versehen ist, kann man das feuchte Nass kostenlos trinken oder abfüllen. Laut eines Gutachtens von Prof. Dr. Resch sollte jedoch bei regelmäßigem Genuss die Höchstmenge von 0,5 bis 1 Liter pro Tag nicht überschritten werden. Die Quelle erfreut sich reger Nutzung bei Einheimischen und Gästen. Das Thermalwasser wird
auch in eines der Becken im Thermengebäude eingeleitet, wo es als erdgebundenes, therapeutisches Heilmittel eingesetzt werden kann.
Entscheidend ist für die Heilwirkung, so Stefan Ziegler von der Kurverwaltung, ist die mineralische Zusammensetzung des Wassers, das bis zu seinem Austritt an der Oberfläche mehrer Gesteinsschichten durchläuft. Dabei treten verstärkt Natrium, Calcium und Magnesium auf. Von Bedeutung ist jedoch der Mix aller Kationen und Anionen. Die Wirkungen entstehen, so die Gutachten von Fachleuten, durch den Einfluss von thermischen und mechanischen Reizen auf den Organismus und dabei besonders auf Schmerzempfinden, Durchblutung und Muskeltonus. Aufgrund gelöster Mineralien, die die medizinische Wirkung verstärken, ist im Heilwasserbecken eine Aufenthaltsdauer von 20 bis 30 Minuten zu empfehlen. Danach sollte man eine Ruhepause einlegen.
Durch eine Bohrung läuft 2003 läuft das Thermalwasser auch an die Oberfläche und kann so im Thermalbad von den Kurgästen genutz werden. Damit hat der Kurbetrieb ein neues Standbein.

von Norbert Wiedemer/ Fotos: Wiedemer, Lahn-Dill-Bergland-Therme

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