Unikat in Kirchhain

Restaurant im Kirchhainer Bahnhof setzt auch auf Events

Die Atmosphäre eines Bahnhofs ist legendär kühl und öde, und so betreten wir in nicht allzu euphorischer Erwartung das Restaurant Unikat in Kirchhain, das sich den Bahnhof als Residenz ausgesucht hat. Es ist dunkel, ein verregneter Abend, und kann drinnen eigentlich somit nur besser werden.  Gemütlichkeit hätten wir gar nicht unbedingt erwartet, wurden aber eines Besseren belehrt und treffen auf sympathisch-gefällige Einrichtung in neu gestalteten Räumen. Mit dem Begriff „Wohlfühlambiente“ auf der Internetseite wurde nicht übertrieben! Es ist mittlerer Betrieb an diesem Sonntagabend, einen Tisch hatten wir reserviert. Zu fünft nehmen wir Platz und testen fast alle das Fassbier. Wir schauen uns um und sehen an der Theke den einen oder anderen Gast ebenfalls beim kühlen Blonden. Ein kurzer Wortwechsel mit der Bedienung, dann geht man heim. 
Ein zentraler Treffpunkt möchte das Unikat in Kirchhain sein und eine gastronomische Lücke füllen – das könnte gelungen sein. Die Gästestruktur ist unterschiedlich, von Singles, Paaren bis hin zu Gruppen. Die Raumaufteilung ermöglicht auch eine ungestörte Unterhaltung, wir hören gedämpfte Musik. Die Bedienung erledigt flott alle Wege. 

Erfahrener Küchenchef

Mit seiner Speisekarte streift das Unikat einige Küchen dieser Welt. Auf Frische liegt der Schwerpunkt, mit Akzent auf zum Teil gehobenem deutschem Essen. In der Auswahl sind auch Speisen, die nicht jeder kochen kann. Die professionelle Zubereitung der Mahlzeiten lässt sich Geschäftsführer Lars Arnold etwas kosten. Um seine Gäste in der Ohmstadt kulinarisch optimal zu versorgen, hat er die Verantwortung für die Speisen einem Küchenchef übertragen, der schon bei größeren Touristengruppen und Veranstaltungen gehobenen Anspruchs die Erwartungen der Gäste mehr als erfüllte. In einem Restaurant, das gute deutsche Küche in den Mittelpunkt rückt, möchten wir genau diese probieren. Wir wählen ein Basis-Gericht: Steinpilzschnitzel mit Pommes und Salatteller, jemand aus unserer Runde präferiert Burger. Schon nach mäßiger Wartezeit ist Land in Sicht für unseren Hunger. Nachdem der Salat als erster gereicht wurde, kommt das Schnitzel, das sich in ordentlicher Größe über den Teller erstreckt. Die Pilze werden separat gereicht. Als wirklich zartes Stück entpuppt sich in allen Fällen das Fleisch, worauf das zufriedene Nicken am ganzen Tisch hindeutet. Lecker ist das. Definitiv. In zeitlicher Folge, wie man es erwartet, fragt die Bedienung, ob weitere Getränke gewünscht sind. Der renommierten Biermarke kann man kaum widerstehen. Wir stellen uns vor, welch nette Atmosphäre im Sommer wohl herrschen mag, wenn auf dem Vorplatz des Hauses Betrieb ist. Die Außenbewirtung im Biergarten, inclusive Barbecue und Konzerte, scheinen ein kalkuliertes Element zur warmen Jahreszeit.

Gruppen willkommen

Größere Gruppen, geschlossene Gesellschaften und Familienfeiern sind generell willkommen im Unikat. Entsprechende Fotos von Events weisen darauf hin, und auch von Abi-Treffen hören wir. Die Selbsteinschätzung, das stemmen zu können, stimmt nicht bei jedem Gastronomen. Ihm, dem Unikat, nehmen wir es ab. Einen soliden Eindruck macht das Restaurant im Kirchhainer Bahnhof, das im November sein 2-jähriges Bestehen feierte.  Es erweckt bei uns das Gefühl, dass das, was angeboten ist, man sich auch leisten kann. Die Speisekarte, auf der auch Suppen, kleine Gerichte, hausgemachte Kuchen und raffinierte Desserts nicht fehlen, deutet darauf hin. Durchdacht und liebevoll, nicht überladen. Mit dem Herzen dabei. Übrigens: Kartenzahlung ist nicht geplant im Unikat. Untereinander borgen wir uns das Bargeld zum Bezahlen – und kommen so ums Tellerwaschen noch gerade einmal herum. Die Öffnungszeiten an unserem Besuchstag sind vorteilhaft, wenn man anderntags arbeiten muss. Um 22 Uhr ist sonntags Feierabend. Kurz vorher verabschieden wir uns mit dem Gedanken, uns im Unikat bestimmt noch mal sehen zu lassen. An einem lauen Sommerabend zum Draußensitzen mit Musik vielleicht.

von Angela Heinemann/ Fotos: Frank Wagner, www.meinkirchhain.de

Joomla Plugin