Taverna Korfu

Bei schönem Wetter lädt die Taverna Korfu zum Essen an der frischen Luft ein  -  gut „beschirmt“ für alle Fälle.

Fischrestaurant, auch „klassisch griechisch“

Schon beim Betreten des Restaurants fällt auf: Hier geht es international zu. Englischsprachige Gäste hier und dort, und Fisch auf dem Teller, der garantiert nicht in der Lahn schwimmt. Beim Gang zu unserem Tisch, zu dem wir geleitet werden, schauen wir voller Appetit verstohlen auf die Portionen der Gäste. Das sieht frisch und lecker aus.
Auf „Fischspezialitäten“ verweist die Internetseite des Lokals als Schwerpunkt der Karte und möchte die „klassische griechische Küche“ nicht so in den Fokus rücken. Wir möchten das aber doch, schließlich sind wir in einer Taverna. Und Korfu gehört zu Griechenland. Na dann!
Von einem Platz im oberen Bereich überschauen wir fast das ganze Restaurant. Es ist Montagabend und gut besucht. Reserviert hatten wir nicht und überlegen, dass dies im Falle einer größeren Gruppe wohl ratsam wäre. Auch wenn es nicht Wochenende ist.
Alkoholfreies Weizen sowie das gute alte „Kiba“ – Kirsch- mit Bananensaft – sind unsere Getränke. Essen möchten wir Hellas-Teller und Souvlaki sowie vorweg einen großen Bauernsalat.  Beim Warten aufs Essen schauen wir uns um. Ein Gemisch aus natürlichen Pflanzen, ihren künstlichen Artgenossen und stilechten Wandbildern zusammen mit einer zeitgerechten, gepflegten Tischdekoration schafft eine Atmosphäre, die wir in Ordnung und irgendwie gemütlich finden.
Die Getränke kommen rasch, der Salat auch. Gut getroffen: Ein Schafskäse, der nicht nach Kuhmilch schmeckt.  Wir stellen fest, dass die Küche den Dreh heraus hat, ohne Einheitsdressing auszukommen, aber auch ohne Ölflaschen auf dem Essenstisch. Es ist einfach gut angemacht, nicht trocken, reicht wie es  ist – und ist lecker.

Gute Balance im Service

Der Internetauftritt wirbt mit „besten Zutaten“ und „Frische“ – daran besteht nicht der geringste Zweifel.  Das betrifft auch unsere Hauptmahlzeit. Dass wir für unseren Tisch Servietten erst ordern müssen, sehen wir nach. Im Service hat man die richtige Balance zwischen Aufmerksamkeit  und Entspannung für den Gast gefunden.
Wir lassen uns schmecken, was die griechische Fleischküche zu bieten hat: Filetspieß, Bifteki, Hähnchenbrustfilet. Nach Gyros suchen wir vergeblich, verkraften das aber gut. Zart und delikat zubereitet,  essen wir den stattlich gefüllten Teller leer. Wie muss erst der Fisch dort munden, wenn das Fleisch schon so köstlich ist.

Restaurant spricht alle Generationen an

Als undercover-„Tester“ beobachten wir die anderen Gäste. Die Weine scheinen lecker, das Fischangebot in der Tat vielfältig. Altersmässig lassen sich die Besucher in kein Schema pressen. Jungen und älteren Menschen scheint es gleichermassen beim Griechen zu schmecken.
„Der Grieche“ ist Andreas Kallioras. Ein gelunger Fall von Berufsnachfolge, da auch der Vater Restaurantbesitzer ist. Der Inhaber lässt sich das Selberkochen für seine Gäste nicht nehmen und wir hoffen, es möge ihm noch lange Freude machen.
Auf täglich frischen Fisch hat Kallioras einen ganz klaren Schwerpunkt gelegt. Freundinnen und Freunde der Meeresfrüchte kommen bei einer großen Vielfalt auf ihre Kosten. Kleinere und große Gerichte sowie Kinderportionen sind im Angebot. Die überschaubare Speisekarte steht für ein wirklich gutes Lokal.
Die Taverna Korfu ist in der Marburger Ketzerbach zu finden und liegt damit nur wenige Meter von der Elisabethkirche entfernt, in Richtung Marbach links. Die Anfahrt mit dem Auto will wegen des Parkplatzes gut organisiert sein. Hier ist Glück erforderlich, um einen Stellplatz zu ergattern, oder man nimmt das etwas entferntere Parkhaus am Pilgrimstein. Sonntag ist Ruhetag in der Taverna Korfu.

von Angela Heinemann/ Fotos: Uwe Brock

 

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