Leckeres Gerichte aus dem Piemont

Der Brei aus Maisgrieß, Wasser und Salz, die „Polenta“. Die Polenta hat das „Armen-Image“ längst hinter sich gelassen und ist in Norditalien von keiner Speisekarte wegzudenken. Der Maisbrei kann als Vorspeise ebenso zubereitet werden wie als Beilage oder als Dessert.
Um den kulinarischen Polenta-Genuss auch in der heimischen Region bekannter zu machen, veranstaltete der Großseelheimer Designer und Geschäftsmann Horst Barthel einen „Polenta-Abend“ in Kirchhain. „Ich bin seit mehr als 30 Jahren mit der Region Alba im Piemont verwurzelt“, sagt Barthel. Mit Freunden hat er damals dort seinen Urlaub verbracht, viele Leute kennen gelernt und Freundschaften geschlossen.
„1990 haben wir in Alba eine Kunst-Ausstellung veranstaltet, mit Gemälden, Möbeln und einer Jazz-Band“, erzählt er. „Und vor sechs Jahren hatten wir den Gedanken, unseren Freunden hier die guten Sachen der Region näher zu bringen.“ In der Folge eröffnete Barthel das Geschäft „vinarte alba“, in dem es sich einzig um Produkte aus Alba dreht: Vom Wein über Grappa, Kaffee und Süßigkeiten bis hin zur Feinkost.
Zudem entstand ein reger kultureller Austausch: Piemonteser Künstler kommen in den Landkreis, um hier ihre Werke zu präsentieren, wie etwa bei der letzten „Artinea“ im Schloss Rauischholzhausen. Im Gegenzug stellen heimische Künstler ihre Werke in Alba vor. „Es gibt den Gedanken, eine Regionen-Partnerschaft zu etablieren. Die politischen Ebenen habe ich bereits zusammengeführt, es laufen intensive Gespräche“, sagt Barthel. So habe der Tourismus-Minister des Piemont bereits eine Einladung an den Landrat ausgesprochen – es geht also voran.
Die Region Alba im Piemont ist in etwa so groß wie unser Landkreis. „Und sie hat eine vorzügliche kulinarische Geschichte“, schwärmt Horst Barthel. An dieser will Barthel die Menschen teilhaben lassen – daher veranstaltet er zum ersten Mal in diesem Stil einen kulinarischen Abend, in dessen Fokus die Polenta steht.
Doch zuvor gibt es Käse mit „Cognà“, einer Konfitüre aus Trauben, Äpfeln, Birnen, Quitten und Nüssen. Ein herrlicher Genuss, dieser „Senf der Langhe“, wie Cogna auch genannt wird. Daran schließen sich kleine fleischgefüllte Nudeln an – mit frisch geriebenem weißen Trüffel.
Derweil bereitet Valerio, ein Maisbauer aus Alba, die Polenta zu: In einem großen Topf kocht Wasser mit Meersalz. Nach und nach lässt Valerio sein Maismehl einrieseln – „auf vier Teile Wasser kommt ein Teil Mehl“, sagt er. Und dann heißt es: Rühren, rühren, rühren. Etwa eine Stunde lang. Und immer nur in eine Richtung. Denn nur so wird der Maisbrei besonders cremig. Die Polenta ist fertig, wenn sie sich vom Topf löst. Dann gibt Valerio sie auf ein Holzbrett, verstreicht den Brei ein wenig und schneidet ihn – ganz traditionell – mit einem Faden. Dazu gibt es ein italienisches Gulasch. „Aber in Italien schmeckt es besser, denn wir haben die besseren Tomaten“, sagt er lachend.
Dass sich Polenta auch als Süßspeise eignet, beweisen die Polenta-Plätzchen in zwei Variationen: Mit leichtem Zitronen-Aroma und mit Schoko-Überzug. (Text/Fotos: Andreas Schmidt)

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