800 Aromen in der Kaffeebohne

Der  „schwarze  Muntermacher“  ist  das  Lieblingsgetränk  der  Deutschen:  Gut  150  Liter  trinkt  jeder statistisch  gesehen  –  mehr  noch,  als  Wasser oder  Bier.  Und  immer  mehr  kleine  Röstereien  setzen  auf  Qualität  statt  Masse:  Alleine in  Marburg  bieten  vier  Röster  ihren  Kaffee quasi  „frisch  aus  dem  Röstofen“  an.  Wolfgang  Heinz  von  der  Marburger  „Coffee  &  Tea  Company“ erklärt,  worauf  es  beim  guten Kaffee ankommt.
„Mittlerweile  wird  in mehr  als  80  Ländern  Kaffee angebaut  –  auch  in  Australien  oder  Hawaii“,  sagt  Heinz.  Die  bekanntesten  Bohnen sind  die  Sorten  Arabica  und  Robusta.  Die-se  werden  auch  in  Marburg  hauptsächlich weiter verarbeitet.
Die  Bohnen  kommen  in  Säcken  an,  sind grün  und  riechen  ein  wenig  wie  Heu.  Wo bleibt  das  typische  Aroma?  „Das  kommt erst  durch  das  Rösten“,  erklärt  Heinz.  Und schüttet  einen  Eimer  Bohnen  in  die  Röstmaschine.  Die  läuft  auf  knapp  200  Grad. „Wichtig  ist  das  schonende Rösten“,  sagt  er.  Denn  nur so  können  die  mehr  als  800 Aromen,  die  in  jeder  Kaffeebohne schlummern,  optimal  freigesetzt  werden.

Schon  nach  einigen  Minuten  zieht  der  Kaffee-Duft  durch  den  Laden  in  der  Gutenbergstraße, wird stetig intensiver. Immer  wieder  kontrolliert  Heinz  die  Farbe  der  Bohnen:  Innerhalb  weniger  Sekunden  kann  eine  Charge  verbrennen.  Doch die  Erfahrung  und  so  genannte  „Röstprofile“  helfen,  den  genauen  Röstgrad  zu  treffen –  je  nach  gewünschter  Kaffee-Spezialität.  Der  Röstvorgang  dauert  etwa  15  Minuten  – im  Gegensatz  zu  Großröstern.  „Dort  wird der  Kaffee  bei  etwa  800  Grad  durch  die  Maschinen gejagt.“
Heinz  setzt,  wie  seine  Kollegen,  bei  den meisten  Kaffeesorten  auf  Bio  und  Fairtrade.  „Uns  ist  wichtig,  dass  die  Kaffees  nachhaltig  und  im  Einklang  mit  der  Natur  angebaut werden“, sagt er.
Wer  sich  für  die  Geheimnisse  des  Kaffees en  Detail  interessiert,  kann  auch  Seminare bei  der  „Coffee  and  Tea  Company“  besuchen. Infos gibt es auf der Homepage.

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