Gutes tun schmeckt

Kaffee-Genuss mit Verantwortung                       

Arbeit in einer sozialen Gemeinschaft und Schutz der Orang-Utans gehen Hand in Hand

Verbrauchen,  genießen  und  etwas  Gutes tun: Öko Engagement und Fair trade liegen voll im Trend. Auch beim Kaffee. Seit über 13  Jahren  verarbeitet  Hessens  älteste  Bio-Rösterei der sozialtherapeutischen Gemeinschaft in Kehna bei Marburg ausschließlich Kaffee  aus  zertifiziertem  Bio-Anbau.  „Die Förderung  von  Nachhaltigkeit,  Ökologie und sozialer Gerechtigkeit gehören zu den erklärten Zielen der Gemeinschaft in Kehna“,  sagt Geschäftsführer  Michael  Gehrke. Da sei damals die Idee entstanden, ein sinnvolles  und  ausgefallenes  Arbeitsfeld für die Menschen mit Behinderung in Kehna  zu  etablieren.  Bio-Kaffee  rösten  und den  Kleinbauern  in  den  tropischen  Regionen zu helfen. Heute ist der Bio-kaffee gefragt. So werden die Bio- Hochlandkaffees auch  in  den  Siebenkorn  Cafes  in  Marburg und Gießen auf höchster Qualitätsstufe in den italienischen „La cimbali“ Maschinen gebrüht. Die feinen Bio-Arabica Hochland-Kaffees  werden  in  der  Rösterei  in  Kehna traditionell  handwerklich,  handverlesen, schonend geröstet und röstfrisch verpackt.
„Unsere  Rohkaffes  kommen  aus  ökologischem Anbau und werden börsenunabhängig  gehandelt.  Mit  stabilen  Preisen  über dem  Börsenniveau  unterstützen  wir  die Kaffee-Bauern in Ländern Mittel- und Südamerikas  und  in  afrikanischen  Ländern“, erklärt Gehrke.


„Die Kleinbauern wollen keine  Almosen. Das Orang-Utan- Kaffee-Projekt unterstützt die  Wirtschaft in der Bergregion und  den Naturschutz“, erklärt Michael Gehrke.Stolz  ist  kaffee-Experte  Gehrke  auf  sein neuestes  Projekt  aus  Sumatra,  den  Orang-Utan-kaffee. „Als wir von der federführenden Speicherstadt-Rösterei in Hamburg angefragt wurden, sagten wir sofort zu.“ Die Idee:  Kaffee-Geniesser  helfen  den  bedrohten Orang-Utans in Sumatra und unterstützen den Biokaffee Anbau in den Bergdörfern  Sumatras.  Initiatorin  des  Projekts  ist die  Schweizer  Biologin  Regina  Frey  von der  gemeinnützigen  Stiftung  Paneco,  die sich  im  Auftrag  der  Zoologischen  Gesellschaft Frankfurt für den Erhalt des Lebensraums der Sumatra Orang-Utans in Indonesien  einsetzt.  Rodungen  des  Regenwaldes zur  wirtschaftlichen  Nutzung,  vor  allem für  groß  angelegte  Palmölplantagen,  beeinträchtigen  den  Lebensraum  der  Orang-Utans  und  bedrohen  die  Existenz  der Kleinbauern.  Die  international  tätige  Paneco zeichnet sich seit 1996 verantwortlich für  das  umfassende  Sumatra  Orang-Utan-Schutzprogramm.  In  Partnerschaft  mit der  indonesischen  Stiftung  YeL,  die  sich für  ein  nachhaltiges  Ökosystem  in  Sumatra einsetzt, entstehen Regenwaldprojekte. Die  jüngste  Initiative  ist  das  Orang-Utan-coffee-Projekt.

Goldmedaille für den Kaffee in Bio-Anbau

Es unterstützt heute rund 80 kleinbäuerliche  Kaffeepflanzer  im  Gayo-Hochland  im Norden Sumatras. „Wir waren vor Ort, waren begeistert vom Erfolg und von der einzigartigen Qualität des Hochland-Kaffees“, freut  sich  Gehrke.  Ausgedehnte  tropische Regenwälder  gewährleisten  das  spezielle Klima,  „wo  Sumatras  einzigartiger  Arabica-Kaffee  gedeihen  kann.“  Die  kaffeebauern haben die Bedeutung des Regenwaldes als  ihre  Existenzgrundlage  erkannt.  Nach den  Richtlinien  des  Bioanbaus  verzichten sie  auf  Agrochemie  wie  Kunstdünger  und Pestizide  und  auf  Rodung  des  Regenwaldes.  Für  ihre  Leistungen  erhalten  sie  eine  Prämie  von  0,50  euro  pro  kg  Rohkaffee  zuzüglich  zum  bereits  höheren  Preis für den direkten Handel. Weitere 0,50 Euro gehen an das Sumatra-Orang-Utan-Schutz-Programm. So soll der Lebensraum der bedrohten  Orang-Utans  auf  Sumatra  nicht nur  erhalten,  sondern  wieder  ausgedehnt werden.  „Mit  unserer  Rösterei  in  Kehna unterstützen wir das Projekt, denn nur der Abverkauf des Kaffees sichert das Einkommen der Bauernfamilien“, sagt Gehrke. Dabei sei der Orang-Utan-kaffee eine absolute Spezialität mit einem großen Geschmacksspektrum. Die deutsche Röstergilde hat ihn jüngst mit der Goldmedaille prämiert.

von Thomas Dannenmann/ Fotos: Michael Gehrke

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