Oval & lecker

Welche Farbe,welche Qualität?

 Das  allmorgendliche  Frühstücksei  ist  beliebt  und  umstritten.  Beliebt  vom  Geschmack her eigentlich bei allen, umstritten bei jenen, die aus Gründen der Gesundheit oder  der  Tierhaltung  auf  eier  verzichten. Neue  Studien  zeigen,  dass  Eier  hochwertige und gesunde Lebensmittel sind und niemand  von  einem  täglichen  Frühstücksei krank  oder  übergewichtig  wird.  Massentierhaltung gibt es allerdings noch. Aber es werden  immer  mehr  Eier  in  der Freilandhaltung  produziert.  Unter  welchen  Bedingungen  die  Eier  wann  und  wo  produziert worden sind, lässt sich an dem Stempel ablesen, mit dem jedes Ei gekennzeichnet ist.
Trotz aller Skandale: Das Ei boomt, und Verbraucher,  die  Eier  essen  möchten,  fünf Möglichkeiten: Sie kaufen sie im Supermarkt oder Discounter, sie gehen auf den Markt oder zum Bauern um die Ecke, oder sie halten sich selbst ein paar Hühner. Ob  sich  das  Ei per  Definition  dann  Bio-ei nennen darf, ist die eine Frage. Wo es letztlich  herkommt,  die  andere.  Der  Gesetzgeber schreibt zumindest vor, dass sich der-jenige, der die Eier in den Warenkreislauf bringt,  zu  erkennen  gibt.  Und  er  muss  einiges  auf  den  Eiern  notieren.  So  steht  auf der  Eierschale  der  aufgestempelte  Erzeugercode. Beispiel: 0-de-1234567.

Eine  Null  an  der  ersten  Stelle  steht  für das Bio-Ei, die ökologische Erzeugung. Die zugehörige Legehenne stammt danach aus einem  Stall  mit  Sitzstangen,  der  zu  mindestens  einem  Drittel  mit  Stroh,  Holzspänen oder Sand eingestreut ist. Sechs Tiere pro Quadratmeter sind erlaubt, mindestens vier Quadratmeter Auslauf muss jede Henne  haben.  Eine  Eins  im  Zahlencode  ganz links bedeutet Freilandhaltung. Zusätzlich zum  Stall  mit  Sitzstangen,  Nestern  und Einstreu  dürfen  sich  die  Hennen  tagsüber im Freien aufhalten. Mindestens vier Quadratmeter  pro  Tier  verlangt  der  Gesetzgeber.  Bodenhaltung  steckt  hinter  der  Ziffer Zwei. Neun Tiere sollen mindestens einen Quadratmeter  Bodenfläche  bewohnen.  In Nestern  legen  Bodenhaltungshennen  auf mehreren Etagen ihre Eier ab. Zum Scharren wird den Tieren mindestens ein Drittel eingestreuter Stall gegönnt.

Und  schließlich  die  Drei.  Steht  sie  ganz links,  weist  das  auf  Käfighaltung  hin,  bedeutet  konkret,  dass  die  Hennen  zumindest  in  Kleingruppen  gehalten  werden  in Käfigen  mit  einer  Grundfläche  von  0,08 Quadratmeter  pro  Tier.  einen  Einstreubereich muss es geben und die Käfighöhe darf nicht weniger als 50 Zentimeter betragen. Rechts  neben  der  Haltungsart  folgt  auf der  Eierschale  aufgestempelt  das  Länderkürzel: De für Deutschland, NL für die Niederlande und so weiter.
Stammen die Eier aus Deutschland, verweisen die nächsten beiden Ziffern auf das Bundesland.  Zum  Stall  geht  es  über  den Rest der Ziffern, die so genannte Betriebs- und Stallnummer. Was dahinter steckt, erfahren  Verbraucher,  wenn  sie  einfach  den Zahlencode  in  die  Suchmaschine  des  Vereins  für  kontrollierte  alternative  Tierhaltungsformen (kAt) eintippen:
www.was-steht-auf-dem-ei.de

von Daniel Grosse / Fotos: Günter Gleim, Hiltrud Thöne

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