Kerniger Japan-Flitzer

Suzuki reicht beim Swift sportlichere 140-PS-Variante nach / Bis auf Metalliclack komplett

Von Günther Koch/Life-Magazin

Suzuki Swift Sport: Auch die Neuauflage steht vor allem für Spaß beim Fahren. Foto: Koch

Marbella – Vitara, Ignis, Jimny – und dann der Swift. So hat 2017 markenintern das Verkaufsranking bei Suzuki in Deutschland ausgesehen. Überraschend, denn eigentlich hätte man den Swift wie in den Jahren vorher weiter vorn erwartet. Aber SUV boomen im Moment. Und die sechste Generation des Kleinwagens ist erst seit Frühjahr 2017 am Start, so dass 2018 das erste volle Verkaufsjahr wieder wäre. Mit dem gerade in Marbella in Südspanien vorgestellten Swift Sport reicht Suzuki zudem jetzt noch eine flottere Variante des spritzigen Japaners nach. Die tritt gegen vergleichbare Ford Fiesta, Opel Corsa oder Seat Ibiza an, steht ab 23. Juni bei den Händlern, Preis ab 21 400 Euro.

Neue Plattform

Das Auto: Als Sport hat der Swift 2006 und 2011 schon zwei Vorgänger gehabt. Inzwischen ist die Plattform neu, die ihn um bis zu 80 auf leer nur noch 1045 Kilo leichter macht. Die fast 3,9 Meter lange Neuauflage, solide verarbeitet, standesgemäß anmutend für ihre Klasse, fährt mit etwas mehr Radstand, etwas tiefer und etwas breiter vor. Wobei der für ein Fahrzeug dieser Größe sogar relativ geräumige Fünftürer mit dem 265- bis 947-Liter-Kofferraum, immerhin 54 mehr als zuvor, über athletischere Proportionen verfügt und Details wie Frontspoilerlippe, Seitenschweller, Heckdiffusor in Karbonoptik sowie zwei kegelförmige Auspuffendrohre den sportlichen Gesamteindruck noch verstärken. Die Bedienung im übersichtlich gestalteten Cockpit ist rasch im Griff.

Fast komplett

Die Ausstattung: Die kann sich wirklich sehen lassen, auch weil sie bis auf 500 Euro teuren Metallicklack komplett ist. So sind ab Werk etwa LED-Scheinwerfer, Klimaanlage, Adaptivtempomat samt Begrenzer, Sportsitze mit integrierten Kopfstützen, Edelstahl-Pedale, Sitzheizung vorn, handliches Lederlenkrad, Audiosystem, Smartphone-Anbindung, Navigation, sensorgestützte Bremsunterstützung, Müdigkeitserkennung, Rückfahrkamera und sogar Spurhaltewarner mit Lenkeingriff schon an Bord. Leuchtend rote Instrumente und neue Anzeigen setzen innen das Sportliche von außen fort. Auf die 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sind 195er-Reifen aufgezogen. Die schwarzen A- und B-Säulen bewirken, dass das zum Heck hin wieder leicht abfallende Dach scheinbar schwebt.

1,4-Liter-Turbobenziner

Der Antrieb: Um den kümmert sich ein 1,4-Liter-Turbobenziner. Der bereits nach der strengeren Abgasnorm freigegebene 140-PS-Vierzylinder zieht dank 230 Newtonmetern, vorher nur 160, ordentlich durch, schafft  in 8,2 Sekunden aus dem Stand Tempo 100, in der Spitze 210, soll sich in Kombination mit der Stopp/Start-Spritsparautomatik und dem gut abgestuften Sechsgang-Schaltgetriebe beim Mixverbrauch mit 5,6 Litern begnügen.

Spaß in Kurven

Das Fahren: Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach wechselnden Autobahn-, Landstraßen- und Stadtfahrprofilen bei doch zügigerem Unterwegssein 7,8 Liter angezeigt. Eigentlich sind Stadt und Umfeld klassisches Swift-Revier. Im wendigen Sport bereitet es aber auch Spaß, ihn über längere Strecken mit vielen Kurven zu bewegen. Der kraftvollere Antrieb bringt mehr Fahrdynamik auf die Straße. Die Leistung entfaltet sich flott. Sportfahrwerk, Lenkung und Getriebe stehen für direkteres Ansprechen, mehr Kontrolle und Agilität sowie für ein zwar straffes, aber keinesfalls übertrieben hartes Fahrgefühl, selbst wenn beim Überfahren von Querfugen die auch deutlicher zu spüren sind und das Abrollen bei nicht ganz so glattem Asphalt ruhig noch etwas komfortabler sein könnte.

Bei der Marke

Alles in allem: Mal sehen, wo der Swift 2018 markenintern bei den Gesamtverkäufen über alle Baureihen hinweg, zuletzt übrigens 38 165, landet. Die Japaner sollten es einfach sportlich nehmen. Wie bei der neuen Variante. Hauptsache, es bleibt bei der Marke! Doch Vorsicht: Suzuki hat auch mit dem Jimny wohl in diesem Jahr noch so einiges vor …          

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner. Hubraum: 1,4 Liter. Leistung: 103/140 kW/PS. Maximales Drehmoment: 230/2500-3500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 8,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 210 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Suzuki Mixverbrauch 5,6 Liter pro 100 Kilometer, 125 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Preis: 21 400 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

17. April 2018

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