Mit beiden Händen

Ford hat neuen Focus enthüllt / Auch als Vignale und Active-Crossover vorgesehen

Von Fiona Grebe/Life-Magazin

Weltpremiere in London: Ford hat da den nächsten Focus, hier als Turnier genannten Kombi, vorgestellt. Foto: Grebe

London – Für September kündigt Ford den neuen Focus an. Die Preise beginnen bei 18 700 Euro. In London hat das Kompaktmodell gerade seine Publikumspremiere gefeiert.

Vierte Generation

Das Auto: Es ist komplett neu entwickelt worden. Dabei handelt es sich um die vierte Generation. In der VW-Golf- und Opel-Astra-Klasse tritt auch sie zudem in dem bei uns mit am härtesteten umkämpften Segment gegen zahlreiche ausländische Konkurrenten an. Sie läuft in Saarlouis als fünftüriges Fließheck, als nach wie vor Turnier genannter Kombi sowie für einige Märkte außerhalb von Deutschland als viertüriges Stufenheck vom Band. Die Entwickler haben sich bemüht, emotionaleres Design mit verbesserter Aerodynamik, sauberer Verarbeitung, wertigeren Materialen und geräumigerem Innenraum zu verbinden. Der Focus, größerer Radstand, länger und breiter, aber flacher als der Vorgänger, ist die erste Ford-Baureihe, die auf der neuen Segmentplattform des Autobauers basiert. Es steht insgesamt mehr Schulterfreiheit zur Verfügung, hinten dazu noch mehr Kniefreiheit. Das größere Gepäckabteil der Limousine hinter der sensorgesteuerten Heckklappe fasst nun 341 bis 1354, das beim nutzwertigeren Kombi sogar bis zu 1650 Liter.

Umfassende Elektronikhilfen

Die Ausstattung: Gleich sechs unterschiedliche Ausstattungslinien sind vorgesehen, darunter die Premiumausführung Vignale, die sportliche ST-Line und wie beim Fiesta der neue Crossover Active wohl ab Dezember mit höherer Bodenfreiheit und robusterem Charakter. Was die Elektronikhilfen betrifft, sollen die die umfassendsten sein, die die Marke bislang zu bieten hat. Sie reichen, manche zumindest schon für Stufe zwei des autonomen Fahrens ausgelegt, vom Adaptivtempomat mit Stauassistenz, Stopp-&-Go-Funktion, Fahrspurpilot und Verkehrszeichenerkennung über adaptive LED-Scheinwerfer, aktive Parkhilfe mit teilautomatisierter Fahrzeugführung und, erstmals in einer Europa-Baureihe, Headup-Display bis zur Ausweichassistenz als aktiver Lenkunterstützung. Zu den Möglichkeiten der Vernetzung gehören ein spezielles Modem, das unterwegs den Kontakt zur digitalen Welt hält, sowie das kabellose Laden entsprechend kompatibler Smartphones.

Fünf Benziner, drei Diesel

Der Antrieb: Dafür sind fünf Turbobenziner mit Partikelfilter vorgesehen, drei 1,0-Liter mit 85, 100 und 125 sowie ein 1,5-Liter mit 150 und 182 PS. Deren Zylinderabschaltung hat Ford damit nach eigenen Angaben als erster Hersteller überhaupt für Dreizylinder eingeführt. Auf Dieselseite kommen drei 1,5 und 2,0 Liter große Vierzylinder mit 95, 120 und 150 PS hinzu. Außer Sechsgang-Schaltgetrieben überträgt künftig ebenfalls eine Achtstufen-Automatik die Kraft auf die Vorderräder. Sie wird über einen elektronischen Wahlhebel gesteuert, passt ihre Schaltstrategie der Fahrweise an. Alle Motoren erfüllen laut Ford die strengere Emissionsklasse Euro 6d-temp auf Basis des neuen Testzyklus. Die serienmäßigen Stopp/Start-Systeme helfen, Sprit und Betriebskosten zu sparen.  

Interaktives Fahrwerk

Das Fahren: Erstmals setzt Ford beim Focus optional sein interaktives Fahrwerk mit elektronischer Dämpfer- und Fahrmodusregelung mit Normal-, Sport-, Eco-, Komfort- und Eco-Komfort-Auslegung ein. Zusammen mit den patentierten neuen Fahrwerksfedern soll sie das Fahren noch agiler machen, indem sie Seitensteifigkeit und Kurvenstabilität erhöht. An der Hinterachse ist der isolierte Fahrwerksrahmen dazu da, den Federungs- und Geräuschkomfort zu verbessern. Verbrauch und Schadausstoß sollen im Vergleich zur vorigen Generation kombiniert um bis zu zehn Prozent niedriger ausfallen.

„Zugpferd in Europa“

Alles in allem: „Die Chance, ein komplett neues Modell beginnend mit einem weißen Blatt Papier zu entwickeln, bietet sich nicht oft“, sagt Joe Bakaj, Ford Europas oberster Produktentwickler, jetzt bei der Weltpremiere in London. „Wir haben die Gelegenheit mit beiden Händen ergriffen.“ Für Steven Armstrong, Europa-Chef der Marke, ist der Focus seit 20 Jahren „unser Zugpferd in Europa“. Seit dem Start der ersten Generation 1998 hat Ford demnach über 16 Millionen Focus produziert. Die Neuauflage der kompakten Mittelklasse wirkt unterm Strich nicht nur emotionaler und sportlicher, sondern auch erwachsener, ist in Sachen Vernetzung durchaus auf modernem Stand. Größere Räder lassen den leer um fast bis zu 90 Kilo abgespeckten Focus kraftvoller vorfahren.

KoCom/Fotos: Fiona Grebe

10. April 2018

Joomla Plugin