Die sportliche Krone

Alfa rundet Stelvio-Baureihe mit 510-PS-Quadrifoglio nach oben ab

Von Günther Koch/Life-Magazin

Im Zeichen des Kleeblatts: Alfa-Romeo-SUV Stelvio Quadrifoglio. Foto: Koch

Málaga/Ronda – Seit 2017 ist Alfa Romeos erstes SUV-Modell, der Stelvio, auf dem Markt, findet sich ab 39 800 Euro als Benziner mit 200 und 280 sowie als Diesel mit 150, 180 und 210 PS im Programm. Möglich sind Heckantrieb und Allrad. Mit dem ab 89 000 Euro teuren Quadrifoglio, Symbol italienischen Rennsportgeists, steht nun das in Südspanien in Málaga und auf der Ascari-Rennstrecke bei Ronda gerade vorgestellte Spitzenmodell am Start.

Ambitioniert positioniert

Das Auto: Basis im Zeichen des Kleeblatts ist das Quadrifoglio-Pendant der Sportlimousine Giulia, mit der sich der Stelvio die Plattform teilt. Dem gut verarbeiteten Über-Stelvio, recht wertig anmutend, 4,7 Meter lang, Radstand rund 2,8 Meter, Kofferraum erweiterbare 525 Liter, sieht man außen schon an, was in ihm steckt. Der geräumige fünftürige Fünfsitzer, der als SUV über mehr Bodenfreiheit verfügt, ist vor allem auch mit Blick auf seine Leistung ambitioniert gegen Konkurrenten wie Porsches Performance-Turbo-Macan oder gegen den AMG GLC 63 von Mercedes positioniert. Für die Eingewöhnung in die Bedienung sollte man sich, ehe es losgeht, etwas Zeit nehmen.       

Bis zu den 20-Zoll-Rädern

Die Ausstattung: Neben Zweizonen-Klimaautomatik, Infotainment und Tempomat sind in diesem Fall zusätzlich etwa spezielle Stoßfänger, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Sportsitze mit Leder/Alcantara, Sportlederlenkrad, Sportpedale, Digitalradioempfang, Navigation, Smartphone-Einbindung, 8,8-Zoll-Farbbildschirm, Totwinkelassistenz mit Bewegungserkennung hinten, Rückfahrkamera, vierflutige Sportabgasanlage und 20-Zoll-Leichtmetallräder mit vorn/hinten 255/285er-Rädern Standard.

2,9-Liter-Sechszylinder-Biturbo

Der Antrieb: Der gleich doppelt aufgeladene Sechszylinder holt sich seine Kraft von 510 PS und überaus durchzugsstarken 600 Newtonmetern aus nur 2,9 Liter Hubraum. Der Biturbobenziner beschleunigt diesen leer über 1,9 Tonnen schweren Stelvio in 3,8 Sekunden auf Tempo 100, macht ihn bis 283 Spitze schnell. Eine handschaltbare Achtstufen-Automatik, deren Schaltwippen sich nicht mitdrehen, weil sie fest an der Lenksäule sitzen, dafür aber größer sind, überträgt die Kraft auf die Räder. In Verbindung mit der Stopp/Start-Spritsparfunktion soll der Verbrauch im Mix bei 9,0 Liter liegen, die im Normalbetrieb freilich kaum erreicht werden dürften – bei dem Fahrspaß-Potenzial!

Sogar mit Rennstrecken-Modus

Das Fahren: Bei uns hat der Bordcomputer am Ende trotz eher moderater Fahrt über Autobahn und meist kurvenreichere Landstraßen über zehn Liter angezeigt. Wobei ein kurzer Tritt aufs Gaspedal stets andeutet, welche Power man im Verbund mit dem sportlich hecklastiger ausgelegten Q4-Allrad wirklich entfesseln kann. Zum Komfort trägt das Aktivfahrwerk mit elektronischer Stoßdämpferreglung bei. Das Fahrdynamiksystem erlaubt, den Charakter des Wagens effizienter, dynamischer oder für die Rennstrecke einzustellen. Zur aktiven und gezielten Kraftverteilung ist eine Art „Spaßdifferenzial“ als mechanische Sperre da. Die elektrische Servolenkung punktet mit dynamischem Lenkdrehmoment, gibt direkte Rückmeldung. Die Scheibenbremsen packen standfest zu.  

Danach erst 2019 wieder

Alles in allem: Der Quadrifoglio stellt die sportliche Krone der Baureihe dar, die schon 2018 markenintern zur meistverkaufen werden dürfte. Der kleine Mito befindet sich wohl in seinem letzten Jahr. Sonst gibt es nur noch die kompakte Giulietta, die Giulia und den 4c. Schade, dass Alfa den Giulia- und Stelvio-Schwung nicht besser nutzt zur stets betonten Wiederbelebung der Marke. Das Händlernetz bei uns stagniert. Das nächste neue Modell kommt frühestens 2019. Dabei war schon beim Neustart 2016 von einem kleineren SUV auf Giulietta-Basis die Rede, von einem größeren, vom möglichen Coupé, Cabrio, der möglichen Limousine. Und spekuliert wird inzwischen sogar über einen 6c. 

Datenblatt

Motor: Sechszylinder-Biturbobenziner. Hubraum: 2,9 Liter. Leistung: 375/510 kW/PS. Maximales Drehmoment: 600/2500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 3,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 283 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Alfa Mixverbrauch 9,0 Liter pro 100 Kilometer, 210 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Preis: 89 900 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

28. Februar 2018

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