Frischer Jazz

Honda hat Kleinwagen stärkeren 130-PS-Benziner spendiert

Von Günther Koch/Life-Magazin

Honda Jazz, hier als neuer 130-PS-Benziner Dynamic. Foto Koch

Rom – Mit dem Jazz spielt Honda in der VW-Polo-Klasse mit. Ihrem Kleinwagen und Einstiegsmodell bei uns haben die Japaner zum Modelljahr 2018 ein sportlicheres Design, eine neue Ausstattungsvariante und eine neue Motorisierung spendiert. Der Wunsch nach mehr Leistung sei einfach da gewesen, sagt Honda-Deutschland-Sprecher Peter Hofmann jetzt bei der Fahrvorstellung der aktualisierten Auflage in Rom und in der Region Latium.  

Gutes Raumangebot

Das Auto: Den Jazz gibt es seit 2001. Er fährt in dritter Generation vor, hat in der Länge zuletzt schon deutlicher auf  inzwischen über vier Meter zugelegt, kommt solide verarbeitet daher, mutet für sein Segment standesgemäß an. Platz ist bei mehr als 2,5 Metern Radstand fast sogar auf Kompaktklassen-Niveau selbst im Fond noch ordentlich vorhanden, wo die Magic Seats mit ihren hochklappbaren Sitzflächen nach wie vor eine Besonderheit darstellen. Das Gepäckabteil fasst immerhin noch 354 bis dachhoch 1314 Liter. Im recht übersichtlich gestalteten Cockpit ist die Bedienung rasch im Griff.

Neue Ausstattungsvariante

Die Ausstattung: Unter den vier Lines ist die höchste mit Namen Dynamic neu. In ihr sind bereits neben Seiten-, Kopfairbags, City-Notbremsassistenz, Einparkhilfe, Tempomat samt Begrenzer, Kollisionswarner, Spurhaltehilfe, Verkehrszeichenerkennung, Multifunktionslederlenkrad, Infotainment, Siebenzoll-Touchscreen-Monitor, Vernetzung, Klimaanlage und LED-Scheinwerfern etwa auch spezielle Front- und Heckstoßfänger, Seitenschweller, Dachspoiler und 16-Zoll-Leichtmetallräder mit 185er-Reifen enthalten. 

Endlich Alternative

Der Antrieb: Der bisher einzige Benziner, ein 1,3-Liter-Sauger mit 102 PS, war wegen der spärlichen und erst spät anliegenden 123 Newtonmeter Drehmoment etwas schwach auf der Brust. Man musste schon öfter schalten und ihn höher drehen, um ihn überhaupt ihn Schwung zu bringen. Ein preislich bei 19 990 Euro beginnender 1,5-Liter mit 130 PS und durchzugsstärkeren 155 Newtonmetern ergänzt nun das Angebot. Er macht den leer in diesem Fall über 1100 Kilo schweren Frontantriebler in der Spitze bis Tempo 190 schnell. Ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder alternativ eine 1300 Euro teure Stufenlos-Box mit Schaltwippen am Lenkrad überträgt die Kraft auf die Räder. In Verbindung mit der deaktivierbaren Stopp/Start-Spritspartechnologie findet sich der Verbrauch für beide Varianten im Mix mit 4,7 bis 5,9 Litern so zumindest im Datenblatt.

Flottes Fahrgefühl

Das Fahren: Bei uns hat der Bordcomputer der Spitzenversion mit gut abgestufter Handschaltung am Ende nach eher moderaten Stadt- und Überlandfahrprofilen auf meist holprigen italienischen Landstraßen 6,2 Liter angezeigt. Die laut Kotaro Yamamoto auf europäische Verhältnisse abgestimmte steifere Karosserie vermittelt ein ziemlich flottes Fahrgefühl. Eine besondere Elektronik für agileres Handling hilft, ein Untersteuern zu vermeiden, erläutert der Honda-Technikexperte. Das leichtere Fahrwerk und neue Dämpfersysteme sorgen für mehr Komfort beim Fahren. Überdies geht es innen ziemlich geräuscharm zu. Die elektrische Servolenkung könnte noch direktere Rückmeldung geben. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, packen standfest zu.

Mehr Leistung

Alles in allem: Nach dem guten Platzangebot, dem praktisch-variablen Sitzkonzept, dem durchaus spritzigen Fahrverhalten und der umfangreichen Sicherheitsausstattung kann der kleine Honda nun endlich auch mit mehr Leistung punkten.

Datenblatt

Motor: Zwei Vierzylinder-Benziner. Hubraum: 1,3, 1,5 Liter. Leistung: 75/102, 96/130 kW/PS. Maximales Drehmoment: 123/5000, 155/4600 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung; 8,7 bis 12,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 182 bis 190 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Honda Mixverbrauch 4,7 bis 5,9 Liter pro 100 Kilometer, 106 bis 133 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Preis: 16 640 bis 19 990 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

30. Januar 2018

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