Spanische Drifts

Seat zeigt mit Allrad-Ateca und -Leon-Kombis Gespür für Schnee

Von Günther Koch/Life-Magazin

Fürs Diften auf dem Ice Track: Leon ST Cupra 300 bei der Seat Snow Experience in Tirol. Foto: Koch

Leutasch/Mösern – 4Drive hat Seat seinen Allrad genannt – und baut ihn inzwischen in mehrere Modelle ein, darunter im Ateca, im Leon X-Perience und im Leon ST Cupra 300.  

Nächste Schnee-Erfahrung

Seat Snow Experience diesmal in Leutasch bei Seefeld in Tirol. Das Wetter spielt mit. Es ist winterlich. Schnee liegt an diesem Tag Mitte Januar und in dieser Höhe zumindest genug. Die Langlaufloipen sind gespurt. Dazu scheint die Sonne von einem azurblauen Himmel. Was im Ortsteil Moos gleich gegenüber dem Zottlhof sonst eine Wiese ist, hat die spanische Volkswagen-Tochtermarke für ihre nächste Schnee-Erfahrung zu einem Driftparcours umgestalten lassen. Am ehemaligen Mundellift stehen Auf- und Abfahrten am Berg auf dem Programm. Eine Ausfahrt führt vom 1200 Meter hoch gelegenen Seefelder Plateau in die verschneite Welt der Tiroler Berge und Täler.

Ab Herbst Erdgas-Arona

Gut, dass es Allrad gibt! Im Arona, mit dem wir vom Flughafen Innsbruck nach Leutasch gefahren sind, wird er eher weniger gebraucht, denn der erst im November eingeführte kleine Ateca-Bruder ist meist im städtischen Umfeld unterwegs. Für das bei 15 990 Euro beginnende Modell, bislang als 1,0- und 1,5-Liter-Benziner sowie als 1,6-Liter-Diesel mit 95 bis 150 PS zu haben, kündigt Seat-Deutschland-Chef Bernhard Bauer am Abend in Mösern für Ende 2018 noch eine Erdgasvariante an. Damit, so Bauer, werde es der erste Kompakt-Crossover-SUV mit diesem alternativen Antrieb sein.    

Im Cupra auf dem Ice Track

Wir steigen für die spanischen Drifts auf dem Ice Track in den Leon ST Cupra um. Der 300 PS und 380 Newtonmeter starke Sportkombi mit dem 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner unter der Haube stellt nach Angaben Bauers „natürlich besondere Anforderungen an den Antriebsstrang“. Deshalb liefern die Spanier diesen ST optional auch mit Allrad aus. Er findet sich dann ab 40 060 Euro in der Liste, ist an eine Sechsgang-Doppelkupplungsbox gekoppelt. Die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse erfolgt stufenlos. Elektronische Differenzialsperren sorgen für bessere Bodenhaftung in Kurven. Das Adaptivfahrwerk erlaubt, über das Ansprechverhalten der Stoßdämpfer die vier Fahrmodi Komfort, Sport und Individual bis hin zur rennsportlichen Cupra-Einstellung zu wählen.

Im X-Perience auf touristischer Tour

Mit dem Leon X-Perience geht es auf touristische Tour. Die beiden 1,4 und 1,8 Liter großen Turbobenziner in diesem Kombi mit Offroad-Look leisten 125 und 180, die drei 1,6- und 2,0-Liter-Turbodiesel 115, 150 und 184 PS. Mit Allrad, Sechsgang-Handschalter, Sechs- oder Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, fängt es preislich hier bei 31 260 Euro an. Für die jeweils stärksten Benziner und Diesel steht das Adaptivfahrwerk mit Normal-, Komfort- und Sportauslegung zur Verfügung. Es gibt drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit. Im Normalbetrieb überträgt der Allrad die Antriebskraft größtenteils nach vorn. Lässt die Bodenhaftung da nach, leitet das System binnen Millisekunden Anteile der Motorkraft nach hinten um, unterstützt ebenfalls durch Sperren an beiden Achsen.    

Im Ateca bergauf, bergab

Zum Schluss Wechsel zum Bergauf- und Bergabfahren mit dem Ateca. Der ist seit 2016 bei uns auf dem Markt, wird als 1,0-, 1,4- und 2,0-Liter-Turbobenziner sowie als 1,6- und 2,0-Liter-Turbodiesel mit 115, 150 und 190 PS angeboten. Wer ihn in diesem Fall als Allrad mit Sechsgang-Schaltgetriebe, Sechs- oder Siebengang-Doppelkupplungsbox will, muss mindestens 27 270 Euro dafür bezahlen. Bei normalen Straßenverhältnissen treibt die Elektronik den bei seiner Einführung ersten Seat-SUV über die Vorderräder an. Erst wenn die Traktion verlieren, etwa auf rutschigem Untergrund, gelangt Kraft automatisch und stufenlos ebenfalls nach hinten. Es gibt einen eigenen Fahrmodus für Schnee.

Achtes Wachstum in Folge

Die SUV- und Allradmodelle erweitern Seats Angebotspalette. 2017 haben die Spanier bei uns mit über 108 200 verkauften Autos elf Prozent Plus erreicht. „Das Jahr war so ein Hammer“, bilanziert der Deutschland-Chef mit Blick auf das achte Wachstum in Folge, „dass ich mich etwas bremsen muss!“ Für 2018 kündigt Bauer an, Cupra als Marke noch mehr zu stärken. Im Herbst soll das zumindest offiziell noch immer namenlose große SUV-Modell für bis zu sieben Personen folgen. „Keine Ateca-Variante“, versichert Bauer, „sondern eigenständig außen und innen und mit unserer künftigen Designsprache!“

KoCom/Fotos: Günther Koch/Seat

16. Januar 2018

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