Auto im Alltag

Diesmal im Test: Ford Fiesta als Spitzendiesel Titanium mit 120 PS

Von Günther Koch/Life-Magazin

Ford Fiesta, hier als stärkster Diesel Titanium mit 120 PS. Foto: Koch

In der Kleinwagenklasse ist allerhand los – etwa vom Citroen C3 über Hyundai i20, Kia Rio, Mazda2, Opel Corsa, Peugeot 208, Suzuki Swift, Seat Ibiza, Skoda Fabia und Toyota Yaris bis hin zum VW Polo. Auch Ford ist mit dem Fiesta da unterwegs, den wir jetzt als Fünftürer und stärkeren Diesel Titanium mit Handschaltung zur Probe gefahren haben.

Außen & Innen

Die breiter bauende achte Generation ist seit 2017 bei uns auf dem Markt, kommt auf knapp über vier Metern Länge solide verarbeitet daher, mutet für ihr Segment recht wertig an. Platz ist bei fast 2,5 Metern Radstand selbst im Fond noch passabel vorhanden. Mitreisenden hinten steht mehr Kniefreiheit zur Verfügung. Das Gepäckabteil mit der breiter öffnenden und schließenden Heckklappe fasst 269/292 bis 1070/1093 Liter. Die Handhabung im übersichtlicheren Cockpit fällt auch deshalb viel leichter, weil moderne Anzeigendisplays endlich die vorher bei der Marke oft kleinteilige Bedienung mit zu vielen Tasten, Hebel, Schalter und Knöpfen abgelöst haben.

Motor & Umwelt

Bei dem getesteten Vierzylinder handelt es sich um einen recht kultivierten 1,5-Liter mit 120 PS und etwas durchzugsstärkeren 270 Newtonmetern ab unter 2000 Touren. Der Selbstzünder macht diesen Ford in der Spitze bis Tempo 195 schnell. Ein gut abgestuftes Sechsgang-Schaltgetriebe überträgt die Kraft auf die Räder. Die in Verbindung mit der spritsparenden Stopp/Start-Automatik zumindest im Datenblatt so angegebenen 3,5 Liter haben wir leider nicht erreicht. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach wechselnden Stadt-, Landstraßen- und zügigeren Autobahnfahrprofilen immer noch akzeptable 4,8 Liter angezeigt.

Dynamik & Sicherheit

Der Turbodiesel schiebt diesen leer 1207 Kilo leichten Frontantriebler beim Tritt aufs Gaspedal ziemlich flott voran. Aufs Fahrwerk verstehen sich die Kölner. Es federt komfortabel, hat dennoch einen sehr dynamischen Eindruck hinterlassen. Die elektromechanische Servolenkung gibt über das griffige Lenkrad ausreichend Rückmeldung von der Straße. Die Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, packen standfest zu. Unter anderem sechs Airbags, dazu Berganfahrhilfe, Fahrspurassistenz und Fahrspurhalteassistenz tragen bereits zum Standard-Insassenschutz bei. 

Serie & Extras

Bei Titanium als zweithöchster von vier Ausstattungen gehören neben Klimaanlage, Kommunikations- und Unterhaltungssystem, Vernetzung, 6,5-Zoll-Touchscreen-Farbmonitor und Geschwindigkeitsbegrenzer etwa auch Ambientebeleuchtung, Lederlenkrad, Sportsitze und 16-Zoll-Leichtmetallräder mit 195er-Reifen zum Grundumfang. Aufpreispflichtige Sonderwünsche reichen hier zum Beispiel vom Adaptivtempomat für 550 Euro über aktive Parkhilfe für 570 Euro, Rückfahrkamera für 620 Euro und das elektrische Panorama-Schiebedach für 890 Euro bis zum speziellen Soundsystem für 1050 Euro hinauf.

Preis & Leistung

In diesem Fall 21 600 Euro für einen Wagen dieser Größenordnung sind nicht gerade wenig. Dafür fährt ein emotional-ansprechender gestalteter und aufgeräumt wirkender Kleinwagen mit überraschend geringer Geräuschkulisse im Innenraum vor, der nicht zuletzt mit seinem Sicherheitsniveau, den lieferbaren modernen Elektronikhilfen und dem agilen Fahrwerk punkten kann. Die Preisliste für den Dreitürer beginnt bei 12 950 Euro, geht hoch bis 21 550 Euro. Als Fünftürer kostet der Fiesta jeweils 800 Euro mehr. Es gibt die Varianten ST-Line und Vignale. Darüber hinaus sind für 2018 noch das Powerpaket ST und der Crossover Active im robusteren Offroad-Look vorgesehen.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 1,5 Liter. Leistung: 88/120 kW/PS. Maximales Drehmoment: 270/1750-2500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 9,0 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 195 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 4,8 Liter pro 100 Kilometer, 89 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 3,5 Litern Mixverbrauch. Preis: 21 600 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

8. Januar 2018

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