Auto im Alltag

Diesmal im Test: Lexus NX als 238-PS-Turbobenziner F Sport

Von Günther Koch/Life-Magazin

Lexus NX, hier als 200t-Turbobenziner F Sport mit 238 PS. Foto: Koch

Wer sich als Premiummarke versteht, muss sich auch mit Premiummarken messen lassen: Beim Lexus NX wären das keine geringeren als immerhin Audi Q5, BMW X3, Jaguar F-Pace, Mercedes GLC und Volvo XC60. Wir haben das Mittelklasse-SUV-Modell der Toyota-Nobeltochter jetzt als Allradturbo 200t F Sport mit Automatik gefahren.

Außen & Innen

Der ziemlich kantige, fast schon avantgardistisch wirkende NX ist seit 2014 am Start. Für das Modelljahr 2018 hat der fünftürige Fünfsitzer, sauber verarbeitet, recht wertig anmutend, rund 4,6 Meter lang, Radstand über 2,5 Meter, Kofferraum stattliche 580 bis 1625 Liter, eine erste Überarbeitung spendiert bekommen. Das Innere ist großzügig bemessen. Die Rundumsicht könnte jedoch besser sein. Und die Bedienung im zerklüfteten Cockpit mit zu vielen Hebel, Schalter, Knöpfen und Tasten bleibt wie schon öfter in der Vergangenheit der Japaner teilweise gewöhnungsbedürftig. Vor allem die Handhabung des Audiosystems und der Navigation gestalten sich umständlich.

Motor & Umwelt

Bei dem getesteten Vierzylinder handelt es sich um einen kultivierten 2,0-Liter mit 238 PS und durchzugsstärkeren 350 Newtonmetern ab 1650 und dann über ein relativ breites Band bis 4000 Touren. Der Turbo bringt diesen Lexus auf 200 Stundenkilometer Spitze. Eine ganz gut abgestufte Sechsgang-Automatik überträgt die Kraft auf die Räder. Die in Verbindung mit der spritsparenden Stopp/Start-Funktion zumindest im Datenblatt so angegebenen knapp unter acht Liter Mixverbrauch haben wir leider nicht erreicht. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach wechselnden Stadt- und Landstraßen- sowie etwas zügigeren Autobahnfahrprofilen 8,6 Liter angezeigt. 

 

Dynamik & Sicherheit

Der Turbo schiebt diesen leer bis 1935 Kilo schweren NX, der Lasten nur bis 1500 Kilo ziehen kann, flott voran. Als F Sport mit dem Adaptivfahrwerk federt er etwas komfortabler, macht sonst seinem Ausstattungsnamen alle Ehre. Die elektromechanische Servolenkung gibt ausreichend Rückmeldung. Die Scheibenbremsen sorgen für standfeste Verzögerung. Der Allrad arbeitet permanent. Mit Eco, Normal und Sport stehen drei verschiedene Fahrmodi zur Verfügung. Zum Standard-Insassenschutz tragen unterschiedlichste Systeme von acht Airbags, darunter solchen für Fahrer- und Beifahrerknie, über vorbeugende Unfallvermeidung bis hin zur Notbremserkennung bei.

Serie & Extras

Bei F Sport als zweithöchster von vier Ausstattungen gehören bereits – nomen est omen – Sportledersitze, Sportlenkrad und Sportaluminiumpedale, dazu LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, CD/MP3-Radio, Siebenzoll-Farbdisplay, Smartphone-Einbindung, Rückfahrkamera,  Adaptivtempomat, elektrische Heckklappe sowie 18-Zoll-Leichtmetallräder mit 235er-Reifen zum Grundprogramm. Aufpreispflichtige Sonderwünsche reichen hier etwa vom ebenfalls elektrisch zu betätigenden Hub-/Schiebedach aus Glas für 1100 Euro über das Headup-Display samt Spurhaltehilfe für 2200 Euro bis zur 3100 Euro teuren Navigation mit Vernetzung hinauf.  

Preis & Leistung

Die Anschaffung, hier ab 54 450 Euro, hat es in sich, aber Premium kostet. Beim SUV-Design der Marke scheiden sich die Geister. Es kann gefallen, muss aber nicht. Womit der nach dem RX kleinere der beiden Lexus-SUV vor allem punkten kann, sind seine Geräumigkeit und die ordentliche Zuladungsmöglichkeit. Der NX 200t beginnt preislich bei 42 000 Euro, die teuerste Variante startet bei 58 250 Euro. Auch Frontantrieb ist möglich. Auch NX 300 und der Hybrid NX 300h finden sich im Programm. 

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner. Hubraum: 2,0 Liter. Leistung: 175/238 kW/PS. Maximales Drehmoment: 350/1650-4000 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 7,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 200 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 8,6 Liter pro 100 Kilometer, 183 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 7,9 Litern Mixverbrauch. Preis: 54 450 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

27. Dezember 2017

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