Auto im Alltag

Diesmal im Test: BMW 6er als Diesel-Gran-Coupé 640d

Von Günther Koch/Life-Magazin

BMW 6er Gran Coupé, hier als Diesel 640d mit 313 PS. Foto: Koch

Mit dem 6er Gran Coupé ist BMW im Umfeld von Audis A7 oder Mercedes CLS unterwegs. Wir haben es jetzt als Diesel 640d zur Probe gefahren.

Außen & Innen

2015 erst haben die Münchner ihr Oberklasse-Coupé modellgepflegt. Es fährt als 4+1-Sitzer auf fünf Metern Länge sauber verarbeitet vor, duckt sich flach, streckt sich elegant, mutet überaus wertig an. Platz ist bei fast drei Metern Radstand selbst im Fond ordentlich vorhanden, nicht zuletzt was die größere Beinfreit betrifft. Das Gepäckabteil fasst 460 bis 1265 Liter. Die Bedienung über den Dreh-/Drücksteller und Flachbildschirm im genauso noblen wie sportlich-funktionellen Cockpit fällt relativ leicht. Lediglich die Sicht nach hinten bleibt wegen der zum Heck hin dynamischer abfallenden Dachlinie eingeschränkt. Ein von 6er-Gran-Coupé-Fahrern und Händlern bestätigtes Problem scheint der mitunter auffällig vibrierend-wackelnde Beifahrersitz zu sein.

Motor & Umwelt

Bei dem getesteten Sechszylinder handelt es sich um einen kultiviert-kraftvollen 3,0-Liter mit 313 PS und wuchtigen 630 Newtonmetern schon früh ab 1500 Touren. Der Selbstzünder schafft in 5,4 Sekunden Tempo 100, macht diesen BMW 250 Stundenkilometer schnell. Die bekannte Achtstufen-Sportautomatik mit Schaltwippen am Lenkrad überträgt die Kraft sanft und präzise auf die Räder. Die in Verbindung mit der spritsparenden Stopp/Start-Funktion zumindest im Datenblatt so angegebenen unter sechs Liter Mixverbrauch haben wir nicht erreicht. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach gemischten, aber eher moderaten Fahrprofilen für ein Auto dieser Größe und Power trotzdem immer noch bemerkenswerte 6,4 Liter angezeigt.  

Dynamik & Sicherheit

Der Twinpower-Turbodiesel schiebt diesen leer 1885 Kilo schweren Hinterradantriebler beim Tritt aufs Gaspedal stürmisch voran. Man kann ihn genauso sportlich bewegen wie mit ihm bequem gleiten. Der Komfort beim Fahren, wichtig für längere Strecken, ist hoch. Über den Fahrerlebnisschalter sind Fahrwerk, Lenkung, Motor und Getriebe unterschiedlich einstellbar bis hin zum sparsameren Eco-Modus. Die dynamische Dämpferkontrolle trägt zu entspannt-agilem Fahrvergnügen bei. Die Servotronic mit geschwindigkeitsabhängiger Anpassung der Lenkkraftunterstützung gibt direkte Rückmeldung. Die innenbelüfteten Bremsscheiben vorn und hinten verzögern einwandfrei. Die Sicherheitsausstattung schon im Grundniveau ist umfangreich.

Serie & Extras

Es gibt zwei verschiedene Designlinien und das 6er-M-Sportpaket. Ausgewählte Standardumfänge sind etwa LED-Scheinwerfer, Leder, Tempomat mit Bremsfunktion, Sportlederlenkrad, Zweizonen-Klimaautomatik, Navigation mit Vernetzung und 18-Zoll-Leichtmetallräder mit 245er-Reifen. Aufpreispflichtige Sonderwünsche reichen hier etwa vom elektrischen Glasdach für 1250 Euro über bis zu 2200 Euro teure Elektronikhilfen wie das Nachtsichtsystem mit Personenerkennung und ein spezielles Soundsystem für 4950 Euro bis zur Sonderlackierung hinauf, die mit 8000 Euro in der Liste steht.

Preis & Leistung

Anschaffung, in diesem Fall ab 88 100 Euro, und Unterhalt haben es sin sich. Dafür gibt‘s ein formschön-großes Langstrecken-Coupé als Gegenwert, das ab 83 900 bis 100 600 Euro auch mit Allrad zudem als Benziner mit 320 und 450 PS lieferbar ist. Das M6 Gran Coupé mit 560 PS kostet ab 134 500 Euro. In der 6er-Baureihe stehen sonst noch GT, Coupé und Cabrio auch als M6 zur Wahl.  

Datenblatt

Motor: Sechszylinder-Turbodiesel. Hubraum: 3,0 Liter. Leistung: 230/313 kW/PS. Maximales Drehmoment: 630/1500-2500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 5,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 250 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 6,4 Liter pro 100 Kilometer, 152-147 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 5,7-5,5 Litern Mixverbrauch. Preis: 88 100 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

30. Oktober 2017

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