Fliegender Teppich

Citroën setzt beim nächsten C4 Cactus noch stärker auf Komfort

Von Thomas Kuwatsch/Life-Magazin

Citroën C4 Cactus, hier bei der Weltpremiere in Paris. Foto: Kuwatsch

Paris – Den auf dem C4 basierenden Cactus hat Citroën schon seit 2014 auf dem Markt. Ein mutig gezeichnetes Kompaktmodell mit ungewöhnlicher Optik, an dessen Seiten die Airbump genannten Luftpolster aus Kunststoff auffallen, die den Wagen nicht nur vor kleineren Beschädigungen schützen, sondern ihm auch eine persönlichere Note geben. In Paris haben die Franzosen jetzt die Neuauflage im Rahmen einer statischen Weltpremiere vorgestellt.

Weg vom Spartaner

Das Fahrzeug mit einem Radstand von 2,60 Metern wird als Kompaktlimousine vermarktet, stellt aber nur indirekt den Nachfolger des ursprünglichen Cactus dar. Der scheint, im Segment der Kompakt-SUV etwa von Dacia Duster über Kia Soul bis zum Mokka X und dem 2008 der beiden Konzern-Schwestermarken Opel und Peugeot unterwegs,dem Marketing und den Käufern offenbar mitunter doch zu radikal – und so haben die Entwickler das Konzept weg vom spartanisch ausgestatteten Einsteigerfahrzeug hin eben mehr zur kompakten Limousine verändert, die künftig mit umfangreicherem Komfort- und Sicherheitspaket punkten soll.

Airbumps nach unten versetzt

Die markanten seitlichen Airbumbs sind weiter nach unten versetzt, da in dieser Klasse Fahrzeuge oft von Gewerbetreibenden mit Firmenlogos beklebt werden, was bei der bisherigen Position der Luftpolster eher hinderlich war. Vor allem auf den Komfort hat Citroën diesmal ein besonderes Augenmerk gelegt, darunter in Form zweier neuer Technologien aus einem Programm, das sich Advanced Comfort, also etwa fortschrittlicher Komfort, nennt.

In DS-Tradition

So sind neue hydraulische Stoßdämpfer integriert, die es zumindest laut den Franzosen in dieser Klasse so bisher noch nicht gibt. Das System soll an die Komforttradition der legendären DS-Fahrzeuge anknüpfen und das Reisen „wie auf einem fliegenden Teppich“ ermöglichen. Zudem sind die Sitze ziemlich weich, erinnern nach einer ersten Sitzprobe aber doch eher an die in amerikanischen Fahrzeugen, in denen man förmlich versinkt. Ob das ankommt? Citroën setzt weiterhin auf nicht versenkbare Scheiben hinten, was den Angaben zufolge immerhin elf Kilo Gewicht für Fensterheber spart und bisherige Käufer angeblich nicht stört. Insgesamt hat die Neuauflage gegenüber dem Vorgänger 125 Kilo abgespeckt.

Elektronik hilft

Für Vernetzung einschließlich Smartphone-Integration, ohne die moderne Fahrzeuge heutzutage nicht mehr auskommen, ist gesorgt. Die PSA-Tochter kündigt in diesem Zusammenhang gleich drei Konnektivitätstechnologien an. Überaus umfangreich ist die Sicherheitsausstattung: Zwölf unterschiedliche Elektronikhilfen von der City-Notbremsfunktion bis zur Totwinkelassistenz stehen zur Wahl. Ebenso positiv ist der hohe Individualisierungsgrad etwa mit Blick auf 31 mögliche farbliche Außenvarianten und vier Style-Paketen.

Start im Frühjahr

Die Einführung ist für das erste Quartal 2018 vorgesehen. Dann steht der neue C4 Cactus bei den Händlern. Geplant sind Motoren mit Leistungen bis 130 PS. Die Preise für die Neuauflage will Citroen erst im Dezember nennen, wenn der Verkauf beginnt. Sie dürften sich in etwa am Vorgänger orientieren, der aktuell zweimal als Benziner mit 82 und 100 sowie einmal als Diesel mit 100 PS zu haben ist, ab 16 590 Euro in der Liste steht und sich in drei Jahren weltweit 260 000 Mal verkauft hat.

„Origineller Wind“

Alles in allem: Wer gehofft hat, dass das progressive Design des Vorgängers eine ebenso mutige Überarbeitung erhält, dürfte etwas enttäuscht sein. Das Auto wird aufgrund der Komfortfeatures und der Assistenzsysteme ohne Zweifel seine Käuferschaft finden. Ob die Neuauflage jedoch wirklich, wie von  Citroën erhofft, einen „außergewöhnlichen Meilenstein in der Designhistorie“ der Marke darstellt? Auch das wird sich zeigen. Genauso wie das Bemühen, weiter „originellen Wind“ ins Segment der Kompaktlimousinen zu bringen.

KoCom/Fotos: Thomas Kuwatsch

26. Oktober 2017

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