Auto im Alltag

Diesmal im Test: Mercedes GLE als Allraddiesel mit 258 PS

Von Günther Koch/Life-Magazin

Mercedes GLE, hier als Diesel mit 258 PS und 4Matic-Allrad. Foto: Koch

Was vorher M-Klasse hieß, fährt nach der neuen Namensgebung bei Mercedes inzwischen als GLE vor. Wir haben das große SUV-Modell der Stuttgarter jetzt als stärkeren Diesel gefahren. Es tritt im Umfeld etwa von Audi Q7, BMW X5, Land Rover Range Rover oder Volvo XC90 an.

Außen & Innen

Der optisch gegenüber dem Vorgänger deutlicher überarbeitete GLE ist bei uns seit 2015 auf dem Markt, kommt auf 4,81 Metern Länge sauber verarbeitet daher, mutet selbst für die Oberklasse überaus wertig an. Dank 2,91 Metern Radstand ist ebenfalls im Fond noch üppig Platz vorhanden. Das Gepäckabteil fasst stattliche 690 bis 2000 Liter. Die Lehnen der Rücksitze sind geteilt umklappbar. An das Bedienkonzept insbesondere der Infotainment-Menüstruktur, die insgesamt übersichtlicher sein könnte, muss man sich gewöhnen.  

Motor & Umwelt

Bei dem getesteten Sechszylinder handelt es sich um einen kultivierten 3,0-Liter mit 258 PS und kräftigen 620 Newtonmetern Drehmoment früh ab 1600 Touren. Der Selbstzünder macht diesen Mercedes in der Spitze 225 Stundenkilometer schnell. Eine über Paddel am Lenkrad auch handschaltbare Neunstufen-Automatik überträgt die Kraft sanft und präzise auf die Räder. Die in Verbindung mit der spritsparenden Stopp/Start-Funktion zumindest im Datenblatt so angegebenen nur 6,4 Liter Mixverbrauch haben wir nicht erreicht. Der Bordcomputer hat bei uns am Ende nach meist städtischen Fahrprofilen 9,8 Liter angezeigt.

Dynamik & Sicherheit

Der Turbodiesel schiebt diesen leer fast 2,2 Tonnen schweren 4Matic-Allrader, der Lasten bis 3500 Kilo ziehen kann, beim stärkeren Tritt aufs Gaspedal stürmisch voran, lässt ihn dann sogar nicht mehr so schwerfällig wirken. Das Fahrwerk mit Stahlfederung samt selektivem Dämpfungssystem sorgt für hohen (Langstrecken-)Komfort beim Fahren. Ein eher entspanntes, mehr sportliches, effizientes oder individuelles Fahrverhalten ist einstellbar. Per Fingertipp lässt sich die Charakteristik von Motor, Getriebe, Fahrwerk und Lenkung anpassen. Die Direktlenkung könnte ihrem Namen dabei noch etwas mehr Ehre machen. Die Bremsen packen ordentlich zu. Stabilitätskontrolle, Seiten-, Fensterairbags und Fahrer-Knieairbag sind Standard-Insassenschutz.

Serie & Extras

Schon das Basispaket ist etwa mit Zweizonen-Klimaautomatik, Tempomat samt Begrenzer, Bergabfahrhilfe, Polster mit Ledernachbildung, Multifunktionslederlenkrad, Kollisionswarner und Müdigkeitserkennung umfangreicher bestückt, was man in dieser Klasse freilich auch erwarten darf. Jedoch lassen sich ebenfalls die Stuttgarter Sonderwünsche wie den aktiven Wankausgleich gut bezahlen. Sie reichen in diesem Fall etwa vom intelligenten LED-Licht für 1725 Euro über das Fahrerassistenzpaket für 2677 Euro, das Comand-Onlinesystem mit Navigation und Achtzoll-Touchscreen-Farbmonitor für 3510 Euro und verschiedene Ausstattungslinien-, Antriebs- und Fahrwerkspakete für bis zu 4165 Euro bis zum speziellen Soundsystem für 4938 Euro hinauf.

Preis & Leistung

Der Anschaffungspreis, hier ab 61 047 Euro, ist genauso wie der Unterhalt hoch. Wegen der Größe bleibt die Stadttauglichkeit eingeschränkt. Dafür kann der geräumige GLE mit Komfort und Dynamik, viel Sicherheit und Wertstabilität punkten. Ab 54 200 bis 121 558 Euro sind noch ein weiterer Diesel mit 204 PS sowie gleich sechs Benziner mit 333 bis 585 PS zu haben, darunter ein Plug-in-Hybrid. Die Coupé-Versionen gibt‘s ab 66 699 bis 125 485 Euro.

Datenblatt

Motor: Sechszylinder-Turbodiesel. Hubraum: 3,0 Liter. Leistung: 190/258 kW/PS. Maximales Drehmoment: 620/1600 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 7,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 225 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 9,8 Liter pro 100 Kilometer, 169 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer bei angegebenen 6,4 Litern Mixverbrauch. Preis: 61 047 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

7. März 2016

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