Der Einstiegssauger

Nissan lässt Micra jetzt auch von neuem 71-PS-Benziner antreiben

Von Günther Koch

Nissan Micra: Mit dem 71-PS-Benziner ist die Motorenpalette vorläufig komplett. Foto: Waldinger

Paris – Damit ist die Motorenpalette zumindest vorläufig komplett: Nissan hat seinen inzwischen ganz schön macro gewordenen Kleinwagen Micra jetzt auch als 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner bei den Händlern stehen, so dass die Einstiegspreise nunmehr bei 12 990 Euro beginnen.

Vorher erst zwei Motoren

Die fünfte Generation ist bei uns erst seit Frühjahr 2017 auf dem Markt. Die höher positionierte, in der VW-Polo-Klasse im Umfeld etwa von Ford Fiesta, Opel Corsa, Peugeot 208 oder Renault Clio angesiedelte Neuauflage kommt unterm Strich länger, breiter und niedriger, innen dennoch geräumiger daher. Zur Einführung standen bislang lediglich ein 0,9-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner und ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel zur Verfügung, beide jeweils mit 90 PS.

Wohl jeder fünfte Kunde

In Europa wird sich wohl jeder fünfte Micra-Kunde für den neuen Basismotor entscheiden, betont Deutschland-Sprecher Oliver Franz zur Fahrvorstellung gerade in Paris. Dabei handelt es sich um einen 71 PS starken Sauger, eine Variante, für die ebenfalls schon Technologien wie Fernlicht-, Notbremsassistenz, Fußgänger-, Verkehrszeichenerkennung, Spurhaltehilfe mit korrigierendem Eingriff, Fünfzoll-Fahrerinformationsdisplay, Siebenzoll-Audiodisplay mit Smartphone-Einbindung und ein spezielles Soundsystem mit zusätzlich in die Kopfstütze des Fahrersitzes integrierten Lautsprechern  verfügbar sind.

Meist mit unter 100 PS

Das Segment selbst, in dem der insbesondere für den städtischen Verkehr geeignete und bisher nicht zuletzt von Frauen gern gefahrene Micra unterwegs ist, bedeutet laut Franz nicht nur primär Fünftürer: „Fast 75 Prozent sind Benziner unter 100 PS.“ Im vorliegenden Fall des nach der Abgasnorm Euro 6b eingestuften kleinen 71-PS-Aggregats rechnen die Japaner mit immerhin 30 Prozent Anteil im Motorenmix, mit 65 Prozent für den spritzigeren Turbo und nur 5 Prozent für den Diesel.

In der Spitze bis Tempo 161

Mit bloß 95 Newtonmetern könnte der Micra mit der neuen Motorisierung freilich noch etwas mehr Durchzugskraft vertragen. Er macht den leer um die 1000 Kilo schweren Kleinwagen in der Spitze bis Tempo 161 schnell. Ein ganz gut abgestuftes Fünfgang-Schaltgetriebe überträgt die Kraft auf die vorderen Räder. In Verbindung damit gibt Nissan den Verbrauch im Mix zumindest im Datenblatt mit 4,6 Litern an, was umgerechnet einem Pro-Kilometer-Ausstoß von 103 Gramm des schädlichen Treibhausgases Kohlendioxid entspricht.

Gutmütig beim Fahren

Alles in allem: Das Fahrwerk wirkt wie schon bei den Modellen mit den beiden anderen Motorversionen ordentlich ausbalanciert zwischen Sicherheit, Komfort und Agilität. Die elektrische Servolenkung könnte direktere Rückmeldung geben. Die Bremsen, vorn Scheiben, hinten Trommel, packen standfest zu. Mit der Größe ist auch der Komfort für längere Strecken jetzt etwas besser geworden. Insgesamt fährt der in drei Ausstattungen erhältliche und umfangreicher zu personalisierende Micra gutmütig, leicht beherrschbar und mit gutem Handling vor.  

Datenblatt

Motor: Dreizylinder-Benziner. Hubraum: 1,0 Liter. Leistung: 52/71 kW/PS. Maximales Drehmoment: 95/3500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 15,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 161 Stundenkilometer. Umwelt: Laut Nissan Mixverbrauch 4,6 Liter pro 100 Kilometer, 103 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Preis: 12 990 Euro.

KoCom/Fotos: Rainer Waldinger

2. September 2017

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