"Schritt für Schritt"

Audi-Entwickler über das mögliche hochautomatisierte Fahren im A8

Von Günther Koch/Life-Magazin

Die pilotierte Fahrfunktion ist über die AI-Taste auf der Mittelkonsole aktivierbar. Foto: Audi

Barcelona – Beim ersten Markenerlebnis-Gipfel in Barcelona hat Audi statisch gerade den neuen A8 vorgestellt, der noch in diesem Jahr ab November bei den Händlern stehen soll. Als „erstes Serienautomobil der Welt“ ist die große Luxuslimousine der Volkswagen-Premiumtochter für hochautomatisiertes Fahren ausgelegt. Es ist dies die dritte von insgesamt fünf Stufen zum autonomen Fahren nach dem assistierten und teilautomatisierten und vor dem vollautomatisierten und schließlich komplett fahrerlosen. Was sich beim A8 konkret hinter der dritten Stufe verbirgt, erläutert nachfolgend Mirko Reuter, der bei Audi die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen leitet.

Sie nennen das System Audi AI Staupilot. AI steht für Autonome Intelligenz und Innovation. Was übernimmt die in diesem Fall genau?

Mirko Reuter: Der Audi AI Staupilot übernimmt die Fahraufgabe auf Autobahnen und mehrspurigen Bundesstraßen mit baulicher Trennung im zähfließenden Verkehr bis Tempo 60.

Zum Aktivieren dient eine Taste auf der Mittelkonsole. Was passiert dann?

Mirko Reuter: Über die AI-Taste in der Mittelkonsole kann der Fahrer die pilotierten Fahrfunktionen im neuen A8 einfach und komfortabel aktivieren.

Der Fahrer muss das Auto also nicht mehr permanent überwachen?

Mirko Reuter: Richtig, das ist der entscheidende Unterschied zwischen den assistierten Fahrfunktionen bis Stufe zwei und den pilotierten Systemen ab Stufe drei. Der Fahrer kann beim Staupilot die Hände dauerhaft vom Lenkrad nehmen und sich abhängig von den geltenden Landesvorschriften einer Beschäftigung widmen, die vom Auto unterstützt wird, etwa das Onboard-TV verfolgen.

Und wenn das System an seine Grenzen stößt?

Mirko Reuter: Dann fordert der A8 den Fahrer auf, die Fahraufgabe wieder selbst zu übernehmen.

Was ist der Staupilot aus Ihrer technischen Sicht?

Mirko Reuter: Aus Sicht der Kunden ist das System eine konsequente Weiterentwicklung bekannter Systeme, aus technischer Sicht eine echte Revolution.

Ein starkes Wort!

Mirko Reuter: Das es aber trifft! Der neue A8 ist das erste Auto mit einem zentralen Fahrerassistenzsteuergerät. Während der pilotierten Fahrt errechnet es aus der Fusion der Sensordaten permanent ein Abbild der Umgebung. Neben Radarsensoren, Frontkamera und Ultraschallsensoren nutzen wir dafür im A8 als erstem Serienmodell überhaupt auch einen Laserscanner.

Die Einführung dürfte nicht leicht werden, oder?

Mirko Reuter: Sie erfordert für jeden einzelnen Markt neben der Klarheit über die gesetzlichen Rahmenbedingungen eine landesspezifische Applikation und Erprobung des Systems. Dabei gilt auch für das hochautomatisierte Fahren selbstverständlich unser hoher Qualitätsanspruch.

All das heißt?

Mirko Reuter: Dass wir den Staupilot im neuen A8 Schritt für Schritt in Serie bringen werden.

KoCom/Fotos: Audi

21. Juli 2017

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