Auto im Alltag

Diesmal im Test: Fiat 500 als sportlicher S-Diesel mit 95 PS

Von Günther Koch/Life-Magazin

Fiat 500, hier als sportlicher S und einziger Diesel mit 95 PS. Foto: Koch

So knuffig-knutschig kommt kaum ein Auto daher! Schon beim ersten Fiat 500 vor 60 Jahren ist das so gewesen, gilt für die aktuelle Retroversion, die im Umfeld von Opel Adam, Renault Twingo oder Smart Forfour unterwegs ist, noch immer. Wir haben den kleinen Italiener jetzt als sportlichsten 500S in der geschlossenen Variante als einzigen Diesel mit Handschaltung gefahren.

Außen & Innen

Die jüngste Version ist nach dem Facelift seit 2016 auf dem Markt, fährt auf übersichtlichen 3,57 Metern Länge solide verarbeitet vor, mutet qualitativ für die Kleinstwagenklasse standesgemäß an. Platz ist bei 2,30 Metern Radstand vorn noch ganz ordentlich vorhanden. Im Fond geht es freilich deutlich beengter zu. Entsprechend umständlich gestaltet sich bei den nur zwei Türen das Ein- und Aussteigen dort. Das kleine Gepäckabteil fasst anfangs nur 185 Liter, lässt sich durch Umklappen der Rücksitzbank aber immerhin dann doch noch auf 550 Liter erweitern. Die Rundumsicht ist gut. Die Bedienung bleibt rasch im Griff. Der Schalthebel sitzt griffgünstig in der Mittelkonsole. Manchmal ist es ziemlich fummelig, um an den Sicherheitsgurt zu gelangen.

Motor & Umwelt

Bei dem getesteten Vierzylinder handelt es sich um einen 1,3-Liter mit 95 PS, durchzugsstärkeren 200 Newtonmetern schon früh ab 1500 Touren und etwas verbesserter Laufkultur. Der Selbstzünder macht diesen Fiat damit in der Spitze bis Tempo 180 schnell. Ein passabel abgestimmtes Fünfgang-Schaltgetriebe überträgt die Kraft auf die Räder. Die in Verbindung mit der spritsparenden Stopp/Start-Automatik zumindest im Datenblatt so angegebenen 3,4 Liter haben wir im Normalbetrieb leider nicht erreicht. Bei uns hat der Bordcomputer am Ende nach meist städtischen Kurz-, Mittelstrecken- und vereinzelten Autobahnfahrprofilen 5,6 Liter angezeigt.

Dynamik & Sicherheit

Der Turbodiesel schiebt diesen leer nur 1055 Kilo schweren Frontantriebler alles in allem noch vergleichsweise flott voran, auch wenn man öfter schalten muss, um ihn auf Touren zu bringen. Beim Fahrwerk ist ein guter Kompromiss gelungen, der dem spritzig-agilen Gesamtcharakter des Italo-Minis entspricht. Die elektrische Servolenkung mit leichtgängigerer City-Funktion für Fahrten in der Stadt könnte noch direktere Rückmeldung geben. Die Bremsen, vorn innenbelüftete Scheiben, hinten Trommel, packen standfest zu. Unter anderem Seiten-, Kopfairbags, Fahrer-Knieairbag und Kindersitzhalterungen tragen bereits zum Standard-Insassenschutz bei.

Serie & Extras

Vier Ausstattungen gibt es mit S als höchster davon. Bei ihr gehören etwa Klimaanlage, Radio, Siebenzoll-Touchscreen-Monitor, Vernetzung, dazu Multifunktions-Sportlederlenkrad, Sportsitze, sportliche Stoßfänger und Seitenschweller, Heckspoiler sowie 16-Zoll-Leichtmetallräder mit 195er-Reifen zum Grundumfang. Der Testwagen war zudem mit einem Beats-Soundsystem bestückt. Aufpreispflichtige Sonderwünsche reichen hier etwa von der Navigation für 600 Euro über Bi-Xenon-Scheinwerfer für 900 Euro und das elektrische Glasschiebedach für 950 Euro bis zum automatisierten Getriebe für 1000 Euro hinauf. Assistenzsysteme finden sich dagegen außer dem in diesem Fall serienmäßigen Tempomat kaum in

Preis & Leistung

Die Anschaffung ab 19 050 Euro für einen Wagen dieser Größe ist kein Schnäppchen. Dafür gibt’s ein liebenswert-pfiffiges Stadtgefährt als Gegenwert. Die Baureihe beginnt preislich bei 12 590 Euro. Die beiden alternativen Benziner leisten 69, 85 und 105 PS. Der Fiat 500 ist sonst noch als Cabrio 500C, als bis zu siebensitzige Langversion 500L und als 500X im City- oder im Offroadlook zu haben. Neueste Versionen sind zuletzt der 500 Mirror und der 500 Riva gewesen.

Datenblatt

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 1,3 Liter. Leistung: 70/95 kW/PS. Maximales Drehmoment: 200/1500 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 10,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 180 Stundenkilometer. Umwelt: Testverbrauch 5,6 Liter pro 100 Kilometer, 89 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bei angegebenen 3,4 Litern Mixverbrauch. Preis: 19 050 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

4. Juli 2017

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